Positives Signal für die Binnenschifffahrt

Mittwoch, 08. Dezember 2004, 11:03 Uhr

Positives Signal für die Binnenschifffahrt

Startschuss für das ROV Saale-Seitenkanal

Pressemitteilung des VHdS e.V.

Am 10. Dezember fällt der Startschuss: Mit der Antragskonferenz in Halle wird das Raumordnungsverfahren für das Projekt "Schleusenkanal Tornitz ohne Wehr" eingeleitet. Im Land Sachsen-Anhalt gibt es einen breiten Konsens für das Vorhaben, das die Saale für die wirtschaftliche Binnenschifffahrt nutzbar machen wird. Zahlreiche Interessengruppen haben angekündigt, auf einer Demonstration vor dem Tagungsort ihre Unterstützung für das Projekt zu unterstreichen.

Die Voruntersuchungen für das rund 85 Millionen Euro teure Kanalprojekt wurden von unabhängigen Gutachtern durchgeführt und als wirtschaftlich, hochwasserneutral und umweltfreundlich eingeschätzt. Im Rahmen des Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahrens für den rund siebeneinhalb Kilometer langen Kanal werden erneut umfangreiche fachliche Untersuchungen erfolgen und die konkreten Planungen mit allen Trägern öffentlicher Belange abgestimmt.

Manfred Sprinzek, der Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS), hat dafür seit Jahren unermüdlich gearbeitet:

"Die Einleitung des Raumordnungsverfahrens ist das Ergebnis eines langen mühevollen demokratischen Prozesses um die Vollendung des Saaleausbaus nach über 70 Jahren."

Die getroffenen politischen Entscheidungen werden jetzt in rechtsstaatlichen Verfahren umgesetzt. Die zahlreichen Zustimmungserklärungen aus der gesamten Breite des gesellschaftlichen Lebens bestätigen das Anliegen des VHdS auf eindrucksvolle Art (Eine Sammlung mit Zitaten wird den Medien zur Verfügung gestellt).

"Mit dem begonnenen Raumordnungsverfahren wird die Wiederbelebung der Saaleschifffahrt im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes auf den Weg gebracht. Der breite Konsens für den Saale-Seitenkanal ist Auftrag für uns, weiter zu wirken, damit die Binnenschifffahrt auch in Sachsen-Anhalt den notwendigen Platz innerhalb der Verkehrsträger einnehmen kann"

unterstreicht Sprinzek.

Die Wirtschaft braucht die Saale

Für Dr. Horst Rehberger, Minister für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt, ist es höchste Zeit, auch die Wasserwege des Landes für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten:

"Unsere Geduld ist am Ende. Hier wurden jahrelang Millioneninvestitionen blockiert, die Sachsen-Anhalt weiter voran bringen würden. Dutzende von Firmen haben auf das Wort der Bundesregierung vertraut und am Fluss oder in Flussnähe investiert. Sie sind verbittert darüber, dass ihre ursprünglichen Pläne für einen starken, Kosten sparenden Schiffstransport immer noch nicht umsetzbar sind. Auch mit Blick auf die EU-Osterweiterung ist die Optimierung des Schiffsverkehrs auf Elbe und Saale ein wichtiges verkehrs- und wirtschaftspolitisches Thema für Sachsen-Anhalt."

Ein guter Beleg dafür ist die Situation des Bernburger Werkes der Schwenk Zement AKG. Werkleiter Uwe Müller:

"Wir haben bereits in Schiffsanleger an der Saale investiert. Schon jetzt transportieren wir über 100.000 Tonnen Güter pro Jahr über die Saale, müssen sie jedoch zuvor per LKW zur Verladestelle in den Raum Magdeburg bringen. Sobald die Verladung von unserem Anleger in Bernburg möglich ist, können wir die Transportleistung per Schiff auf bis zu 300.000 Tonnen jährlich steigern."

Allein in Bernburg gibt es mit Solvay Chemicals und der esco salt company zwei weitere große Unternehmen, die von Schiffstransporten auf der Saale abhängig sind.

Nach den Erhebungen des VHdS können über 2,5 Millionen Tonnen Güter von den überlasteten Strassen auf das umweltfreundliche Binnenschiff verlagert werden. Diese Gütermenge entspricht rund 100.000 LKW-Ladungen, die dann nicht mehr über das Straßennetz der Region transportiert werden müssten. Das Binnenschiff ist in punkto Kraftstoffverbrauch, Schadstoffemission sowie Lärm das sparsamste und damit umweltfreundlichste Transportmittel.

Für Reinhard Schröter, stellv. Hauptgeschäftsführer IHK Halle-Dessau ist die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens ein wichtiger Etappensieg für die Wirtschaft:

"Endlich können Fachleute abseits jeder Ideologie und Polemik bewerten, was für den Ausbau der mitteldeutschen Infrastruktur auf dem Gebiet der Wasserstraßen notwendig ist, ohne Umweltbelange dabei zu vernachlässigen. Mit dem Saale-Seitenkanal würde endlich ein leistungsfähiger Anschluss des mitteldeutschen Wirtschaftsraumes an das europäische Wasserstraßennetz erreicht und so die Standortbedingungen für bestehenden Unternehmen und Neuansiedlungen nachhaltig verbessert."

Mit dem Anschluss an die Elbe durch den Kanal kann die Binnenschifffahrt auf der Saale zum Motor der weiteren positiven Entwicklung der Unternehmen der Region werden, neue Chancen für Investitionsansiedlungen bieten und so zum weiteren Aufschwung in unserem Land beitragen. Das bedeutet Sicherung der vorhandenen und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen - Zukunftsperspektiven für die hier lebenden Menschen, ihre Kinder und Enkel.

Weitere Informationen unter
www.saaleverein.de

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