Postfracht-Luftdrehkreuz in Halle-Leipzig

Montag, 07. Februar 2005, 10:12 Uhr

Postfracht-Luftdrehkreuz in Halle-Leipzig

DHL kommt -Zeit für eine Länderübergreifende Ansiedlungsoffensive Logistik

Mit der Ansiedlungsentscheidung des globalen Logistik-Dienstleisters DHL für den Flughafen Leipzig-Halle und gegen Brüssel-Zaventem sind in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt viele Hoffnungen verbunden.

Während einer Podiumsdiskussion am 3. Februar 2005 im Stadthaus der Stadt Halle mit

  • Ingrid Häußler, Oberbürgermeisterin der Stadt Halle / Saale,
  • Iris Gleicke, MdB und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen,
  • Prof. Dr. Karlheinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung,
  • Michael Reinboth, Mitglied des Bereichsvorstandes DHL Express,
  • Dr. Michael Schädlich, Geschäftsführender Vorstand des Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung Halle-Leipzig e. V., und
  • Ulrich Stockmann, MdEP, als Moderator

wurde aufgezeigt, welche Aufgaben und Chancen sich mit dem Ausbau des mitteldeutschen Flughafens zu einem weltweiten Cargo-Drehkreuz für die benachbarten Regionen ergeben.

Das Land Sachsen-Anhalt will neben der Bereitstellung von Flächen für die geplante Ansiedlung auch einen Kostenzuschuss in Höhe von 66,9 Millionen Euro für den Bau der neuen Start- und Landebahn übernehmen. Die Gesamtkosten für die Ansiedlung der Post-Frachttochter DHL am Flughafen werden auf 380 Millionen Euro geschätzt. Der volle Baubetrieb ist für das nächste Jahr vorgesehen. Nach den Probeläufen in 2007 soll im Folgejahr das Luftdrehkreuz für Postfrachten mit der 1. Ausbaustufe seine Arbeit aufnehmen.

Bis zum Jahr 2012 sollen etwa 3.500 direkte und bis zu 7.000 indirekte Arbeitsplätze, darunter Teilzeit- und Nachtarbeitsjobs, entstehen. Personal muss unter anderem auch für die Wartung der Frachtmaschinen qualifiziert werden. Englische Sprachkenntnisse werden für den Großteil der Arbeitsplätze unabdingbar, dies auch vor dem Hintergrund der Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen beispielsweise am bisherigen Standort in Brüssel und der notwendigen Verhandlungen mit ausländischen Unternehmen zur Gewinnung weiterer Investoren als Synergieeffekte im Umfeld des Luftdrehkreuzes.

Kommunen, Wirtschaft, Land, Bund und EU müssen an einem Strang ziehen und Verwaltungsverfahren gestrafft werden. Die Ansiedlung wird sich nicht nur auf die Arbeitsplatzsituation im Großraum Halle-Leipzig auswirken. Sie ist für ganz Mitteldeutschland von großer Bedeutung und erfordert ebenso die Anpassung der gesamten Verkehrsinfrastruktur an das DHL-Aufgabenspektrum.

Um weitere Wertschöpfungsketten an der Peripherie des Flughafens mit seinem herausragenden 24-Stunden-Betrieb an allen Tagen des Jahres zu schaffen und Verbindungen zu anderen Hubs in Europa herzustellen, bedarf es nach übereinstimmenden Auffassungen von Podiumsrednern der Vernetzung aller Verkehrsträger. Hervorgehoben wurden dabei auch die guten Voraussetzungen der Binnenschifffahrt mit dem Wasserstraßenkreuz Magdeburg und seinen Anschlüssen zu den Seehäfen bzw. über die Elbe und Saale in die Wirtschaftsregion Halle-Leipzig.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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