Presse zum Streit um Elbe-Saale-Kanal

Dienstag, 03. August 2004, 11:25 Uhr

Presse zum Streit um Elbe-Saale-Kanal

Fakten des VHdS e.V. Mitteldeutsche Zeitung vom 03.08.2004

Neuer Streit um Elbe -Saale -Kanal

Halle/Magdeburg/dpa. Um den geplanten Kanal an der Mündung der Saale in der Elbe gibt es neuen Streit. Die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau und Magdeburg forderten gestern den BUND auf, das Projekt zügig voranzutreiben und zunächst mit einem Raumordnungsverfahren zu beginnen. Die Industrie im Raum Bernburg und im Chemiedreieck benötige zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit eine für große Schiffe befahrbare Saale. Umweltschützer sprachen von einem 85 Millionen Euro teueren Geisterkanal. Sie fordern Fakten zur Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

BILD 3. August 2004

Wieder Zoff um den Saale - Kanal

Halle - Geht der Saalekanal jetzt den Bach runter? Neuer Streit um das Großprojekt. 85 Millionen Euro soll der Kanal zwischen Saale und Elbe bei Tornitz kosten. Die Industrie- und Handelskammern fordern jetzt den schnellen Ausbau:

"Die Unternehmen brauchen zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit eine leistungsfähige Saale"

Doch der BUND protestiert, hält das Projekt für gefährlich und unsinnig. Denn: Der Kanal soll ganzjährig für Schiffe mit 2,5 m Tiefgang befahrbar sein. Umweltschützer Ernst Paul Dörfler:

"Doch die Elbe ist im Sommer zu seich für den Güterschiffsverkehr."

Artikel aus dem Angebot von MDR.DE am 03.08.04

Schifffahrt

ZAHLENSTREIT UM GEPLANTEN SAALE-KANAL

Um den geplanten Kanal zwischen Saale und Elbe gibt es neue Auseinandersetzungen. Die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau und Magdeburg fordern in einem Brief an die Bundesregierung die schnellstmögliche Eröffnung eines Raumordnungsverfahrens. Die Wirtschaft im Raum Bernburg und im Chemiedreieck brauche eine befahrbare Saale, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

BUND: Kanal ist überflüssig

Die IHK Halle-Dessau verweist auf wissenschaftliche Gutachten, die dem Projekt Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit bestätigen würden. Der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt Halle rechnet mit vier Millionen Tonnen jährlich, die auf der Saale transportiert werden könnten.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hält das 85-Millionen-Projekt für überflüssig. Ernst Paul Dörfler sagte MDR.DE, der Kanal sei eine wirtschaftliche und ökologische Fehlplanung. Auf der Elbe zwischen Dresden und Magdeburg würden nur 1,5 Millionen Tonnen im Jahr bewegt. Der Kanal werde nicht zu einer Belebung der Schifffahrt auf der Saale führen. Dafür müsste auch die Elbe ausgebaut werden. Die Bundesregierung habe dafür aber einen Baustopp verhängt.

Studie wird zurückgehalten

Zugleich kritisierte Dörfler, dass die Wirtschaftlichkeitsstudie für den Saalekanal bis heute entgegen mehrmaliger Ankündigungen der Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Iris Gleicke, seit März unter Verschluss gehalten wird. Als unverständlich bezeichnete der BUND-Experte außerdem, dass bei den Planungen ein lange bestehender Kiessee unberücksichtigt blieb. Dieser werde die Kosten des Projekts weiter in die Höhe treiben.

VHdS e.V.

Schifffahrtspotential für die Saale

Fakten des VHdS zum Potential und den möglichen Transportkosteneinsparungen

Der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt e.V. führt seit Jahren Erhebungen unter seinen Mitgliedsunternehmen zum Verlagerungspotential der Unternehmen für die Nutzung der Binnenschifffahrt auf der Saale durch.

Mit der letzten Aktualisierung im November 2003 beträgt das Gesamtaufkommen der Unternehmen für den Schifffahrtsweg Saale fast 2,7 Mio. Tonnen.

Das sind solche Produkte wie:

  • Soda und Salz mit 950.000 Tonnen/ Jahr
  • Baustoffe mit 1.125.000 Tonnen/ Jahr
  • Chemische Produkte mit 234.000 Tonnen/Jahr
  • Getreide und Futtermittel mit 165.000 Tonnen/Jahr
  • Düngemittel mit 142.500 Tonnen/Jahr
  • Abfälle mit 60.000 Tonnen/Jahr
  • Schrott mit 12.000 Tonnen/Jahr
  • Das ergibt insgesamt 2.688.500 Tonnen/Jahr

Für das Jahr 2010 prognostizieren die Unternehmen ein Potential von ca. 4 Mio.t.

Zu dem aktuellen Potential von fast 2,7 Mio. t kommen noch 1,1 Mio. t Transportpotential resultierend aus den statistisch ermittelten Getreideexporten aus dem Wirtschaftsraum des Hafens Halle, die bereits jetzt in Haldensleben umgeschlagen werden.

Das Gesamtpotential für die Schifffahrt beträgt damit fast 4 Mio. t. Mit der Verlagerung von Transporten auf den umweltfreundlichsten Verkehrsträger Binnenschiff werden nicht nur die Strassen entlastet, die Unternehmen können darüber hinaus erhebliche Kosteneinsparungen realisieren. Damit können Arbeitsplätze gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Kostenvergleich Verkehrsträger

Getreide- und Agrarhandel Halle GmbH

Vergleich der Transportkosten Getreide (Export EU) 1.000 t Weizen von Halle-Trotha nach Rotterdam Das Binnenschiff ist 3,65 €/t billiger als der gebrochene Transport!

Vergleich der Transportkosten Getreide (Inland) 1.000 t Weizen von Halle-Trotha nach Hamburg Das Binnenschiff ist 6,30 €/t billiger als der gebrochene Transport

Solvay Soda Deutschland GmbH Bernburg

Kostenvergleich Bahn-Schiff für lose Schwersoda Bernburg - Antwerpen: Für den ungebrochenen Transport von Soda nach Antwerpen werden für den Schiffstransport ca. 10 €/t weniger benötigt als für den Bahntransport mit Ganzzug!

esco european-salt company GmbH & Co.KG

Die Investitionskosten für die Errichtung einer Schiffs-Verladeanlage in Höhe von 7,5 Mio. € amortisieren sich durch Transportkostenersparnisse beim Binnenschiffstransport innerhalb von 6 Jahren!

Schwenk Zement AG Bernburg

Beim Schiffstransport von Klinker nach Antwerpen von Haldensleben, weil die Saale z. Z. nicht für diese Transporte geeignet ist. Bei Einbeziehung der Saale in die Transporte von der werkseigenen Anlegestelle können ein Dritte der Transportkosten für den jetzt notwendigen Vorlauf mit dem LKW eingespart werden.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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