Pressemitteilung

Samstag, 01. November 2003, 13:24 Uhr

Pressemitteilung

Treffen von Parlamentariern mit Unternehmen in Bernburg

Bernburg.

"Alles spricht für die Vollendung des Saaleausbaus. Das werde ich nächste Woche im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages mit den aktuellen ökonomischen und ökologischen Fakten belegen."

Das versicherte MdB Ulrich Petzold (CDU) am 30. Oktober im Anschluss an ein Treffen mit Vertretern von an der Saale ansässigen Unternehmen bei der european salt company (ecso).

Der Stellvertretende Vorsitzende des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages war gemeinsam mit dem Präsidenten des Landtages von Sachsen-Anhalt, Prof. Adolf Spotka (CDU), nach Bernburg gekommen, um sich einen Eindruck von der aktuellen Situation und den Transportpotenzialen für die Saale zu verschaffen.

Der Gastgeber der Veranstaltung, esco-Werkleiter Dr. Andreas Leckzik, erläuterte den Parlamentariern die Größenordnung der Transporte des Kali- und Salzproduzenten, die bei einer ganzjährigen Schiffbarkeit auf die Saale umverlagert werden könnten:

"An guten Tagen verlassen rund 300 LKW unser Werk. Den Großteil dieser Fracht würden wir sofort auf den Wasserweg verladen."

Momentan sei die fehlende Anbindung an eine Wasserstraße ein erheblicher Standortnachteil.

"Wir haben Investitionspläne in Höhe von 7,5 Millionen Euro für einen Rohrverleger zur Anlegestelle an der Saale in der Schublade. Sobald eine Nutzbarkeit des Flusses absehbar ist, werden wir diese Investition tätigen."

Bei esco in Bernburg sind derzeit 390 Menschen beschäftigt; die Kapazitäten des Werkes könnten bei entsprechenden Bedingungen weiter ausgebaut werden.

Ludwig Müller, Geschäftsführer der Getreide und Agrarhandel GmbH Halle, bezifferte die Transportpotenziale seines mittelständischen Unternehmens auf der Saale mit rund 130.000 Tonnen und für Getreide aus Sachsen-Anhalt insgesamt auf ca. 1,1 Millionen Tonnen jährlich.

Uwe Müller, Werkleiter der SCHWENK Zement KG Bernburg, würde 200.000 bis 300.000 Tonnen Fracht des Zementwerks jährlich auf den Wasserweg verlagern.

"Angesichts der Kostenbelastung durch die kommende LKW-Maut sowie Emissionsabgabe werden diese Mengen perspektivisch weiter steigen."

Alle Unternehmensvertreter unterstrichen den enormen Kostenvorteil, den der Transport ihrer Güter auf dem Wasserweg mit sich bringen würde. Sie belaufen sich für eine Strecke zwischen der Verladestelle an der Saale bis zu einem der Überseehäfen auf bis zu zehn EURO pro Tonne.Zudem sei die Schadstoffemission im Vergleich zum LKW erheblich geringer, ganz zu schweigen von Lärmbelastung und Belastung des Straßennetzes. Die Deutsche Bahn sei weder wettbewerbsfähig noch in der Lage, ihre Kapazitäten entsprechend des Aufkommens zu erhöhen.

Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS):

"Mit dem Plan des Schleusenkanals Tornitz wurden ökonomische und ökologische Interessen in einer neu entwickelten technischen Lösung vorbildlich vereinbart."

Die Pläne für den Kanalbau sind bereits in behördlichen Gutachten mit einem mittleren Umweltrisiko sowie guten Wirtschaftlichkeitsnoten beurteilt worden. Wie der Verein in einer aktuellen Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen ermittelte, könnten insgesamt fast vier Millionen Tonnen Güter pro Jahr auf dem Wasserweg transportiert werden - das entspricht 160.000 LKW. Die Prognosen der Unternehmen beziehen sich auf die ganzjährige Schiffbarkeit der Saale ohne einen weiteren Ausbau der Elbe.

Der Präsident des VHdS, dessen Mitglieder in der Region insgesamt mehr als 1000 Menschen beschäftigen, forderte, die Diskussion um die Saale mit dem von allen im Landtag von Sachsen-Anhalt vertretenen Parteien getragenem Kompromiss nun endlich zu beenden. Jetzt müsse es um die schnellstmögliche Realisierung des bereits vor über 70 Jahren begonnenen Saaleausbaus gehen.

Adolf Spotka reagierte auf die Fakten der Unternehmen kurz und bündig: "Optimismus ist Pflicht!" Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hatte die Aufnahme der Saale in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplanes ausdrücklich begrüßt. Nun ginge es um die tatsächliche Realisierung der Pläne, so der Landtagspräsident.

Er informierte über die Bundesratsinitiative des Landes Sachsen-Anhalt mit dem Titel "Schaffung von fairen Bedingungen für die Binnenschiffahrt". Darin wird die Bundesregierung u.a. aufgefordert, die Planungsverfahren für Donau, Elbe und Saale voran zu bringen. Die Chancen, dass die Initiative am 7. November vom Bundesrat verabschiedet werde, seien gut.

Ulrich Petzold gab in der Diskussion zu bedenken, dass die Mautausfälle zu Sparmaßnahmen im Bundesverkehrsministerium führen und dadurch beschlossene Projekte wieder ins Wanken kommen könnten. Dennoch zeigte er sich optimistisch für die Saale:

"Wir sind noch nie so weit gewesen wie jetzt. Der Kanal bietet eine optimale Lösung sowohl für die Schifffahrt als auch die Umwelt und kann kostengünstig unterhalten werden. An diesen Argumenten kommt keiner vorbei."

In der Sitzung des Umweltausschusses in der kommenden Woche will der Stellvertretende Vorsitzende noch einmal die Bedeutung der Saale für die gesamte Region darlegen. Es dürfe nicht darum gehen, dass der ebenso nötige Ausbau des Straßennetzes zu Lasten der Wasserwege gehe:

"Ziel muss sein, alle Verkehrsträger weiter zu entwickeln, um dem ständig wachsenden Frachtaufkommen auch in der Zukunft gewachsen zu sein"

unterstrich Petzold.

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)