Probeverladung von Schwenk Zement in Nienburg

Donnerstag, 15. März 2007, 10:09 Uhr

Probeverladung von Schwenk Zement in Nienburg

Bald 160.000 Lkw weniger auf Sachsen-Anhalts Straßen?

Eine Probeverladung von granulierter Hochofenschlacke nahm am gestrigen Mittwoch das Bernburger Werk der Schwenk Zement KG am Anleger „Kornhaus“ in Nienburg an der Saale vor.

Vertreter der regionalen Politik wie u.a. die Landratskandidatin der CDU für den Salzlandkreis Aschersleben/Strassfurt, Heike Brehmer sowie die Bernburger und Nienburger Bürgermeister kamen zur Probeverladung und informierten sich über die Wichtigkeit der Saale als Transportweg für die Unternehmen der Region.

Mit leichter Verspätung wegen schwieriger Strömungsverhältnisse auf der Saale kam das Schiff am frühen Nachmittag am Nienburger Anleger an. Das mit 800 Tonnen granulierter Hochofenschlacke, so genanntem Hüttensand, beladene Transportschiff war am Montagmorgen in Salzgitter gestartet.  Dort befindet sich ein neues Granulierwerk, das aus dem Abfallprodukt bei der Stahlherstellung den Hüttensand, einen Zumahlstoff für die Zementherstellung, produziert. „Durch die Verwendung von Hüttensand können wir den Klinkeranteil im Zement und damit unseren CO2-Ausstoß verringern“, erklärte Werkleiter Uwe Müller Politikvertretern und Journalisten.

Das Schüttgut wird bis zum Freitag auf ca. 40 Lkw verladen und ins Bernburger Zementwerk gebracht. Schwenk Logistik-Chef Wolfgang Höger war extra aus Ulm gekommen, um bei der Probeverladung dabei zu sein. Er unterstrich: „Wir könnten einen Großteil unserer Produkte von Bernburg über die Saale transportieren.  Im Jahr wären das rund 500.000 Tonnen – das entspricht 20.000 Lkw-Ladungen!“ Das wäre nicht nur weitaus billiger für das Unternehmen, sondern auch umweltfreundlicher: Mit 33,4 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß je Tonnenkilometer (1 Tonnenkilometer = 1 Tonne Fracht über 1 Kilometer transportiert) ist das Schiff das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Der Ausstoß bei der Eisenbahn beträgt 48,1, beim Lkw sogar 164 Gramm Kohlendioxid je Tonnenkilometer. Auch hinsichtlich Lärmbelastung und Treibstoffverbrauch ist das Binnenschiff unschlagbar: Für den Transport von rund 2.000 Tonnen Ladung benötigt man ein Großmotorgüterschiff oder 50 Eisenbahnwaggons mit je rund 40 Tonnen Ladung oder 80 Lkw mit je rund 25 Tonnen Ladung. Angesichts der aktuellen Diskussionen um Klimaschutz, Feinstaubbelastung und Kohlendioxidausstoß dürften  diese Zahlen für sich sprechen.

Die Vision vom Transportweg Saale nimmt indes Gestalt an: Derzeit  laufen die Vorbereitungen des Raumordnungsverfahrens für einen 7,5 Kilometer langen Kanal, der die Saale bei Calbe mit der Elbe verbinden und damit die Anbindung ans Europäische Wasserstraßennetz gewährleisten soll. Bei optimalem Verlauf aller Verfahren und der Bauphase könnten noch vor 2015 insgesamt rund vier Millionen Tonnen Güter jährlich über die Saale transportiert werden. Diese Menge entspricht 160.000 Lkw. 

Weitere Informationen:

www.saaleverein.de
www.schwenk-zement.de
 

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)