Probleme auf allen Wegen aus Wittenberg

Mittwoch, 31. März 2010, 10:00 Uhr

Probleme auf allen Wegen aus Wittenberg

Obwohl so gut gelegen, gibt es Klagen über die logistischen Schwierigkeiten beim Warentransport

mz-web.de 22.03.10

WITTENBERG/MZ/WAM. Elbe, Bahn, Straße: Egal, auf welchem Wege man Waren von und nach Wittenberg transportieren will, es gibt Diskussionsbedarf. Das ist am Montag beim Besuch des FDP-Landtagsabgeordneten Uwe Schrader im Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden (WSD) und bei SKW Piesteritz deutlich geworden.

Die Arbeit des WSD an der Elbe begleitet seit Jahren massive Kritik - und der Beschluss der Regierungen, dort nur Instandhaltungsmaßnahmen zuzulassen. Allein mit denen kann das WSD an drei Elbstrecken das Ziel erreichen, 345 Tage im Jahr eine Wassertiefe von 1,60 Meter zu halten. "Das ist aber natürlich von den Abflussmengen abhängig", sagt Klaus Kautz, Leiter des WSD. Dass immer weniger Wasser die Elbe hinunterfließe, kann er nicht bestätigen: "Es gibt Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen", sagt Kautz. Und plädiert für eine neue Sicht auf die Elbschifffahrt. "Es ist eine andere Bewertung notwendig als über die Tonnage", sagt er. 1 000 Tonnen Weizen auf einem Schiff seien vielleicht 150 000 Euro Wert, eine 250 Tonnen schwere Turbine von Siemens dagegen 3,5 Millionen Euro, rechnet er vor. Gerade aber die Bedeutung von "Projektladungen", die nur schwer oder gar nicht über die Straße zu transportieren seien, nehme für die Elbe zu. Für die sei auch ein sehr flexibles Schifffahrtsmanagement möglich.

"Wir sind aber auf andere Schiffe mit gewissem Tiefgang angewiesen", sagt Hans-Joachim Wachsmuth, Zentralbereichsleiter Produktion und Medien bei SKW. Dort beklagt man nach wie vor die Unberechenbarkeit der Elbe. "Entweder hat sie zu wenig Wasser oder zu viel", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Rüdiger Geserick. Weil der Düngemittelvertrieb aber Saisongeschäft ist, könne man nicht auf den richtigen Wasserstand warten. Wäre die Elbe mehr als ein paar Monate im Jahr schiffbar, könnte man den Versand per Schiff von zwei auf zwölf Prozent des Volumens erhöhen.

Muss man wohl auch, wenn man Uwe Schrader folgen will. "Wir sind gezwungen, Güterverkehr von der Straße zu bringen", sagt er schon beim WSD, "weil wir sonst gezwungen sind, mit dem Straßenbau fortzufahren." Ein bisschen mehr Straße wäre SKW allerdings ganz recht. "Bei der Nordumfahrung sind wir direkt betroffen und da werden wir laut", sagt Geserick. "Das Thema ist in Magdeburg sehr intensiv angekommen", berichtet Schrader. Allerdings werde es noch eine Zeit dauern, bis die Umfahrung wirklich steht. "Es ist ja auch ein Wettbewerb um Lobby, damit das Projekt im Verkehrswegeplan möglichst oben platziert wird."

Alternativen sieht SKW allerdings kaum. Zwar wird noch mehr als 50 Prozent der Produktion in Waggons weggefahren, die Tendenz sinkt aber anstatt zu steigen. "Bei der Bahn sieht es ganz traurig aus", klagt Gesericks Berater Reinhard Müller. Weil sie immer mehr Stichstrecken stilllege, schwinde die Zahl der Kunden - und die Möglichkeit direkt zu liefern.

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