Proteste gegen Bau von Elbe-Staustufen

Donnerstag, 24. November 2005, 08:00 Uhr

Proteste gegen Bau von Elbe-Staustufen

Volksstimme vom 15. November 2005

Auch Sachsen lehnt Vorhaben in Tschechien ab  

Prag/ Dresden (dpa). Der am Wochenende von Tschechien für 2007 angekündigte Bau einer Staustufe in der nordböhmischen Elbe bei Decin hat gestern erneut Proteste ausgelöst. Die Grünen im sächsischen Landtag und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprachen sich gegen das Vorhaben aus. Sachsens Umweltministerium bekräftige die Ablehnung des Freistaates. Bedenken würden in der Umweltverträglichkeitsprüfung deutlich gemacht.

Tschechiens Verkehrsminister Milan Simonovsky hatte erklärt, sein Land wolle 2007 mit dem Bau der Staustufe beginnen. Bis zu 85 Prozent der Kosten von 117 Millionen Euro könnten von der EU getragen werden. Wenn die Stufe wie geplant 2009 fertig sei, wäre die Elbe für Schiffe besser als derzeit befahrbar. Er räumte zudem ein, dass seine Behörde möglicherweise den Bau einer zweiten Stufe bei Usti nad Labem anstrebe.

Der Bau von Staustufen ist laut BUND volkswirtschaftlich und ökologisch unverantwortlich. Das Ergebnis wäre ein durchgängig kanalisierter Fluss, der derzeit als letzter noch relativ naturnaher Strom in Mitteleuropa gilt. Zudem zweifeln Umweltschützer den wirtschaftlichen Effekt an. „Der BUND vermutet vielmehr, dass es den Wasserstraßenlobbyisten darum geht, hunderte von Millionen Euro aus EUTöpfen zu kassieren.“ Die Güterschifffahrt habe trotz teuren Ausbaus von Wasserstraßen keinen Verkehrszuwachs erzielen können. „Wer auf der Elbe fahren will, muss sich mit seinen Schiffen dem Fluss anpassen, nicht umgekehrt“, erklärte der umweltpolitische Sprecher der sächsischen Grünen-Landtagsfraktion, Johannes Lichdi.     

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