Raumordnungsverfahren startet mit Antragskonferenz am 10. Dezember

Montag, 29. November 2004, 14:10 Uhr

Raumordnungsverfahren startet mit Antragskonferenz am 10. Dezember

Saale-Seitenkanal rückt in greifbare Nähe

Das Bundesverkehrsministerium hat grünes Licht gegeben: Mit dem Auftrag an das Land Sachsen-Anhalt, das Raumordnungsverfahren für das Projekt "Schleusenkanal Tornitz ohne Wehr" einzuleiten, sind die mehr als zwölf Jahre währenden Diskussionen auf politischer Ebene beendet und die fachliche Bearbeitung kann beginnen.

Den Startschuss für das Raumordnungsverfahren setzt die Antragskonferenz am 10. Dezember 2004 in Halle. Zahlreiche Unternehmen, Vereine und Interessengruppen haben angekündigt, an diesem Termin ihre Unterstützung für das Bauvorhaben zu demonstrieren.

Das Kanalprojekt ist von unabhängigen Gutachtern untersucht und als wirtschaftlich, hochwasserneutral und umweltfreundlich eingeschätzt worden. Diese fachlichen Voruntersuchungen werden im Rahmen des Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahrens für den rund siebeneinhalb Kilometer langen Kanal noch einmal erfolgen und die konkreten Planungen mit allen Trägern öffentlicher Belange abgestimmt werden.

In der Vergangenheit hatte vor allem der BUND immer wieder seine Befürchtungen zum Ausdruck gebracht, dass die Nutzung der Saale durch die wirtschaftliche Binnenschifffahrt der Flora und Fauna der Flusslandschaft unnötigen Schaden zufügen würde. In dem langen Diskussions- und Bearbeitungsprozess um die Vollendung des Saaleausbaus wurden diese Bedenken berücksichtigt, die Planungen verändert und dem neuen Erkenntnisstand angepasst. So wurde die Staustufenlösung bei Klein-Rosenburg wegen der Umweltrisiken nicht weiter verfolgt und der Schleusenkanal Tornitz ohne Wehr weit entfernt vom gefährdeten Gebiet entwickelt.

Der Schleusenkanal Tornitz ist ein Gewinn für alle.

Die Saale wird mit dem Kanal für die wirtschaftliche und umweltfreundliche Binnenschifffahrt nutzbar gemacht und Umweltrisiken werden weitgehend vermieden. Nach unseren Erhebungen können über 2,5 Millionen Tonnen Güter von den überlasteten Strassen auf das umweltfreundliche Binnenschiff verlagert werden. Diese Gütermenge entspricht rund 100.000 LKW-Ladungen, die dann nicht mehr über das Straßennetz der Region transportiert werden müssten. Das entscheidende Argument für die Verlagerung von Gütertransporten auf die Saale ist, dass das Binnenschiff in punkto Kraftstoffverbrauch, Schadstoffemission sowie Lärm das sparsamste und damit umweltfreundlichste Transportmittel ist.

Die Binnenschifffahrt auf der Saale kann so zum Motor der weiteren positiven Entwicklung der Unternehmen der Region werden, neue Chancen für Investitionsansiedlunge bieten und so zum weiteren Aufschwung in unserem Land beitragen.

Das bedeutet Sicherung der vorhandenen und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, Zukunftsperspektiven für die hier lebenden Menschen, ihre Kinder und Enkel.

Zudem wird durch den Kanal das frei fließende Teilstück der Saale bis zur Elbmündung entlastet. Es kann sich dort die Flora und Fauna der Flusslandschaft natürlich regenerieren und die Saale kann als attraktiver Freizeitraum genutzt werden.

Daneben wird auch der neue Kanal einen Fuß- und Radwanderweg erhalten und damit für Tourismus und Freizeit erschlossen. Durch eine Verknüpfung mit den zahlreichen touristischen Angeboten (z. B. Saale-Radwanderweg, Sehenswürdigkeiten, Kultur und Architektur) wird die Kulturlandschaft an der Saale weiter aufgewertet.

Es kann also guten Gewissens von wirtschaftlicher Binnenschifffahrt auf einem lebendigen Fluss gesprochen werden. Die Zeichen stehen gut, dass dies in absehbarer Zeit auf der Saale möglich sein wird.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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