Rekorde-Geschwaderfahrt von Wittenberg bis Magdeburg

Samstag, 15. September 2007, 18:03 Uhr

Rekorde-Geschwaderfahrt von Wittenberg bis Magdeburg

Elf Vereine bei traditioneller «Drei-Städtefahrt» der Segler vertreten mz-web.de, von Stefanie Greiner, 16.09.07

Aken/MZ. Es war schon ein einzigartiges Bild, das den Spaziergängern an der Elbe am Sonntagmittag geboten wurde. Schon von weitem waren die weißen Segel zu erkennen, die im gleißenden Licht der Sonne zu leuchten schienen. Jollen, Jollenkreuzer und Seekreuzer waren flussabwärts Richtung Magdeburg unterwegs - ein Ereignis, das es in dieser Größenordnung nur einmal im Jahr gibt: zur traditionellen "Drei-Städtefahrt" des Landesseglerverbandes Sachsen-Anhalt.

Bereits zum vierten Mal fand die zweitägige Geschwaderfahrt von Wittenberg über Dessau bis nach Magdeburg nun schon statt. Begonnen mit 14 Booten im Jahr 2004 hat sich das Ereignis unter den Seglern herumgesprochen und ist zu einer Tradition geworden, die von Jahr zu Jahr mehr Liebhaber findet.

So hat der diesjährige Fahrtenwettbewerb nun Ausmaße angenommen, die sich keiner der Verantwortlichen jemals hätte träumen lassen. "Die Beteiligung ist super", freute sich Fahrtenleiter Dietmar Haberland. Mit 32 Schiffen, 78 Seglern und elf teilnehmenden Vereinen bricht die "Drei-Städtefahrt" alle Rekorde. "Diese Fahrt hat alle bisherigen übertroffen. Wir haben mehrere Rekorde gebrochen", zeigte sich Klaus Greiner, Fahrtenobmann und Vorsitzender des Köthener Segelclubs erfreut.

Nicht nur die hohe Teilnehmerzahl, sondern vor allem die Präsenz der verschiedenen Seglervereine, hat die Organisatoren überrascht. Neben elbansässigen Vereinen wie dem Köthener Segelclub und dem Magdeburger Segelverein waren auch Sportfreunde vom Segelclub Kyffhäuser und sogar vom Wiener Yachtclub dabei. Eine neunstündige Autofahrt hatte die österreichische Mannschaft auf sich genommen, um ihren Kutter in Wittenberg, dem Startpunkt der Etappenfahrt, ins Wasser zu bringen. "Es hat sich gelohnt. Die Leute sind alle nett und sehr gastfreundlich", freute sich Schiffsführer Wolfgang Friedl. Auch das Wetter hätte für die Segler an diesem Wochenende kaum besser sein können. Kein Regen und guter Wind. Etwas zu viel vielleicht, wie sich am Samstag herausstellte. Vor allem die kleineren Schiffe hatten bei Windstärke fünf und heftigen Böen Probleme. Ein Schiff kenterte, bei einem anderen riss die Halterung für den Mast, was das vorzeitige Aus für die Mannschaft bedeutete. "Es war trotzdem ein schönes sportliches Ereignis", so Christian Ulrich von den Wassersportfreunden Burg. Noch am selben Abend traten er und sein Seglerfreund Marko Natho die Heimreise an, mit der Gewissheit, im nächsten Jahr wieder teilzunehmen.

Nach 48 Kilometern und sieben Stunden Fahrt war die Etappe des ersten Tages erreicht. Im Dessauer Leopoldshafen warteten bereits belegte Brötchen auf die hungrigen Segler. "Ihr seid wie ein Tornado über uns hereingebrochen", scherzte Karl-Heinz Kuppitz, stellvertretender Vorsitzender des Dessauer Yachtclubs und hieß seine Sportfreunde herzlich willkommen. Am Abend wurden dann in gemütlicher Runde Seglergeschichten und Urlaubserlebnisse ausgetauscht. "Die Gemeinschaft ist das Beste", verriet Elke Deutschbein vom Köthener Segelclub, der mit drei Booten bei der Geschwaderfahrt vertreten war.

Nach der Mannschaftsbesprechung startete am Sonntagmorgen die zweite Etappe. In gemütlicher Fahrt und bei Sonnenschein ging es 60 Kilometer Richtung Magdeburg. Vorbei an begeisterten Zuschauern, die sich am Elbufer in Aken eingefunden hatten. "Ich würde jetzt am liebsten mitsegeln", schwärmte Jan Kaseler. Mit seiner Freundin Jacqueline Wagner war er zu einer sonntäglichen Fahrradtour unterwegs, als das Geschwader die Fähre passierte. "Das werden tolle Fotos", dachte sich der Hobbyfotograf und schon war die Kamera zur Hand.

Jedem Teilnehmer der "Drei-Städtefahrt" wurde nach der Ankunft in Magdeburg eine Urkunde überreicht und einige waren sich schon jetzt sicher, im nächsten Jahr wieder teilzunehmen. Ob der Rekord von 2007 gebrochen werden kann, wird sich in einem Jahr zeigen.

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