Gefährliche Elbwanderung des BUND

Montag, 16. Oktober 2006, 11:14 Uhr

Gefährliche Elbwanderung des BUND

Richtigstellung des WSA-Dresden auf eine Falschmeldung MZ vom 9.10 und 12. Oktober 2006

„Durch die flache Elbe gewandert“

MZ vom 09.10.2006

Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Elbe“ wanderten in der vergangenen Woche demonstrativ durch die Elbe bei Dessau, die derzeit eine amtliche Tiefe von95 cm aufweist. Mit dieser Aktion wollen die Flussschützer dem Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee verdeutlichen, dass die Elbe ein natürlicher Niedrigwasserfluss ist.

„Die Elbe ist viel zu flach, als dass sie jemals eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße für den Güterverkehr werden könnte“, erklärt Iris Brunar, Koordinatorin der Umweltverbände in der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe.

Der Bundesverkehrsminister hatte im August dieses Jahres seinem tschechischen Amtskollegen eine ganzjährige Tiefe der deutschen Elbe von 1,60 m zugesichert. Auf der Grundlage dieser Zusage will die tschechische Seite die Kanalisierung der Elbe mit EU-Geldern bis zur deutschen Grenze vorantreiben.

„Was haben Sie mit unserer Elbe vor?“, fragt Iris Brunar den Verkehrsminister Tiefensee“: Entweder werden unsere tschechischen Nachbarn getäuscht und ihnen eine Fahrrinnentiefe versprochen, die nicht einzuhalten ist, oder uns werden die wahren Absichten über einen anschließenden Ausbau der deutschen Elbe verschwiegen“.

 

Elbe  Falsch und gefährlich

zu „Wanderung durch die flache Elbe“, MZ vom 09.10, Seite 8:

Die Behauptungen der Bürgerinitiative zu Pegelständen und Wassertiefen sind falsch und unverantwortlich. Ebenso sind die Aussagen zum Güterverkehr nicht richtig. Die Elbe bei Dessau weist keine „amtliche Tiefe“ von 95 Zentimeter auf.

Anscheinend werden Pegelstände mit Wassertiefen verwechselt. Eine angebliche „Wanderung“ der Bürgerinitiative durch die Elbe kann nie stattgefunden haben, da bei einem Pegelstand von 93 Zentimeter die Elbe im Bereich Dessau an ihrer tiefsten Stellen über 2,7 Meter tief ist!

Die Behauptung ist nicht nur fachlich falsch, sondern auch gefährlich. Nachahmer haben auch bei extremem Niedrigwasser an keiner Stelle der Elbe die Möglichkeit, durch diese „hindurch zu wandern“. Die Elbe ist dafür immer und überall zu tief und hat an ihren tiefsten Stellen zu hohe Fließgeschwindigkeiten, um sich überhaut auf den Beinen halten zu können.Man kann vor solchen lebensgefährlichen Versuchen nur eindringlich warnen!

Auch die Behauptungen der Bürgerinitiative zum Güterverkehr auf der Elbe sind falsch. Die Tschechische Republik „kanalisiert“ die Elbe nicht bis zur Grenze, sondern baut unterhalb von Decin ein Niedrigwasserwehr und eine Schleuse. Auf deutscher Seite werden die Fahrrinnenverhältnisse durch die Instandsetzung von durch Hochwasser und Eis zerstörten Uferschutzbauwerken wie Buhnen und Deckwerke verbessert. Diese Maßnahmen sind mit Bundesumweltministerium, den Umwelt- und Wasserbehörden des Landes, der Kreise, der Städte und der Biosphärenreservatsverwaltung abgestimmt.

Klaus Kautz, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden

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