Roßlauer Hafen steigert Güter-Umschlag auf der Elbe

Freitag, 01. Februar 2008, 20:05 Uhr

Roßlauer Hafen steigert Güter-Umschlag auf der Elbe

Geschäftsführer Bütow: Instandsetzung zeigt positive Wirkung - 18 Prozent mehr als 2006

MZ,von Claus Blumstengel, 01.02.08

Roßlau/MZ. In die Erfolgsbilanz des Jahres 2007 der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (die MZ berichtete) reiht sich auch der Industriehafen Roßlau ein. Der Hafen, an dem die Stadt Dessau-Roßlau mit 51 Prozent beteiligt ist, hat vom durchschnittlich guten Wasserstand der Elbe profitiert, informierte am Freitag auf einer Pressekonferenz der Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH, Detlef Bütow. Im Roßlauer Hafen wurden im vorigen Jahr 406 610 Tonnen Güter per Schiff, Bahn und Lkw umgeschlagen, 18 Prozent mehr als 2006. 296 Schiffe transportierten 214 060 Tonnen Getreide, Futtermittel, Dünger, Erze, Stahlbleche und weitere Güter. "Schon jetzt sind die positiven Ergebnisse der Instandsetzungsmaßnahmen an der Mittel- und Oberelbe spürbar", nannte Bütow einen Grund für den enormen Zuwachs. Der gute Wasserstand habe die Einrichtung eines Liniendienstes mit Charter-Schiffen ermöglicht, die seit vorigem Jahr den Roßlauer Hafen bedienen. Demnächst werde es ab Roßlau wöchentlich zwei Abfahrten von solchen Linien-Gütertransporten auf der Elbe geben.

Seit Beteiligung der Binnenhäfen Oberelbe GmbH am Industriehafen Roßlau im Jahr 2004 habe sich der Güterumschlag mehr als verdoppelt, teilte Hafen-Geschäftsführer Gunto Mörer mit. Möglich sei das durch das Zusammenwirken der sechs Häfen des Unternehmens in Dresden, Riesa, Torgau, Decin, Lovisice und Dessau-Roßlau mit ihren Arbeitskräften und ihrer Technik gewesen. So könne man auf die Auftragslage sowie auf Wasserstände der Elbe flexibel reagieren.

Die Vernachlässigung der Instandhaltung von Flussbauwerken nach 2002 habe den Häfen wie den auf die Schiffstransporte angewiesenen Unternehmen geschadet, sagte Geschäftsführer Bütow. Als Beispiele nannte er die Hafen-Partner Roßlauer Schiffswerft, Schrott-Wetzel und Bader-Catamarane, die wegen der Ausmaße oder Masse ihrer Produkte auf den Transportweg Elbe angewiesen seien. Die Kritik an vernachlässigten Instandhaltungs-Arbeiten bestätigte Horst Schneegaß von der Roßlauer Firma Holz-Strom GmbH. Über den Roßlauer Hafen transportiert das Unternehmen jährlich rund 80 000 Tonnen Altholz in ein Biokraftwerk nach Delitzsch. "Wegen zu niedriger Wasserstände sind diese Transporte nicht kontinuierlich möglich", forderte auch Schneegaß die Ertüchtigung des Flusses für die Schifffahrt. Die Alternative wäre der Transport mit Lkw, was zu einem erheblich höheren Kohlendioxid-Ausstoß führe.

Wie Marko Barkowski vom Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden versicherte, würden jetzt die Strombauwerke wieder instand gesetzt mit dem Ziel, bis 2010 eine durchschnittliche Tiefe der Fahrrinne von 1,60 Metern zu gewährleisten. Nachholbedarf gebe es auch bei Roßlau. In diesem Jahr stehen für diese Arbeiten an der Elbe in Sachsen-Anhalt laut Barkowski 5,4 Millionen Euro zur Verfügung.

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