Rothensee: Informationen für Schiffe auf 2500 Kilometer Wasserstraßen

Freitag, 20. November 2009, 16:53 Uhr

Rothensee: Informationen für Schiffe auf 2500 Kilometer Wasserstraßen

Hochmoderne Revierzentrale sorgt für mehr Sicherheit / Der Wahrschauer steuert Verkehr auf der Stadtstrecke

Volksstimme.de 20.11.2009, von Karl-Heinz Kaiser

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost ( WSD ) hat gestern in Rothensee die neugebaute Revier- und Betriebszentrale in Betrieb genommen. Fünf Millionen Euro hat die mit neuester Computertechnik ausgerüstete Einrichtung gekostet. Von hier aus wird die Schifffahrt auf Elbe und Kanälen überwacht und mit allen wichtigen Informationen versorgt.

Rothensee. Im Beisein von Wirtschaftsstaatssekretär Detlef Schubert und weiteren Gästen richtete WSD-Ost-Präsident Thomas Menzel gegen 11 Uhr symbolisch einen Funkspruch an die auf der Elbe und den Kanälen fahrenden Schiffsführer. Er wünschte allzeit unfallfreie Fahrt und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Menzels kurze Sprechfunk-Ansage, die von Magdeburg aus auf rund 2500 Kilometer Wasserstraßen gehört wurde, ist Programm für die damit offiziell eröffnete Revier- und Betriebszentrale.

Hier nämlich werden die für die Binnenschifffahrt erforderlichen nautischen Daten verbreitet sowie die Notfallmeldungen entgegengenommen und Rettungseinsätze in die Wege geleitet.

Über den nautischen Informationsfunk werden auch Meldungen der Schifffahrt wie Havarien, Grundberührungen, Bojenverluste entgegengenommen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Über Funk werden aktuelle Anordnungen, Hinweise und Warnungen an die Schifffahrt sowie aktuelle Wasserstände ausgestrahlt. Mit der neuen Zentrale konnten die bisher 31 angeschlossenen Funkstellen auf 70 erhöht werden. Das alles verbessere deutlich die Verkehrssicherheit auf den Wasserstraßen, sagte der Präsident.

Außerdem sorgt die 13-köpfige Mannschaft der Zentrale für die Wasserbewirtschaftung im Wasserstraßenkreuz und in den Kanälen.

Menzel verdeutlichte plastisch, was zum Beispiel damit gemeint ist : Bei starkem Westwind schiebe sich im Mittelland- bzw Elbe-Havel-Kanal unter Umständen eine Wasserwelle von 30 Zentimetern und mehr auf.

Das wird auf den Computern und elektronischen Tafeln angezeigt. Damit Güterschiffe bei solchen und anderen Situationen gefahrlos unter den Brücken hindurchkommen, müssten mit Hilfe von Ablasseinrichtungen die Wasserstandshöhen reguliert werden, sagte er. Von Rothensee aus geschieht das für die Kanalstrecke zwischen Wolfsburg und Wusterwitz.

Die Revierzentrale in Rothensee befindet sich auf dem Gelände des Schiffshebewerks. Ausgebaut wurde dafür ein denkmalgeschütztes Nebengebäude des derzeit stillgelegten Schiffsfahrstuhls. Allein die Ausgaben für die bauliche Hülle betrugen nach Angaben der WSD-Ost 1, 7 Millionen Euro.

Die Installation der hochmodernen Technik, die Hardund Software einschließlich der Wartungs- und Pflegeverträge kosteten nochmals 3, 3 Millionen Euro.

Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche dankte für die 5-Millionen-Euro-Investition. Davon und von der noch im Bau befindlichen Niedrigwasserschleuse am Rothenseer Verbindungskanal profitiere der Magdeburger Hafen.

Für die städtische Wirtschaft sei die Binnenschifffahrt bzw. die Hafenwirtschaft eine wichtige Säule, sagte er.

 

In den neuen Räumen übrigens wird auch die Wahrschaufunktion für die Stadtstrecke Magdeburg wahrgenommen. Dieser Elbabschnitt gehört wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeit zu den nautisch kompliziertesten Flusspassagen. Von Rothensee aus wird das Begegnungsverbot der Schiffe gesteuert, erklärte Friedrich Koop, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes.

Mitarbeiter seines Amtes betreiben in drei Schichten die neue Revierzentrale in Rothensee.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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