ROV für den Saale-Seitenkanal eigeleitet

Freitag, 10. Dezember 2004, 12:33 Uhr

ROV für den Saale-Seitenkanal eigeleitet

Demonstranten fordern Zukunftsperspektiven für die Region

Halle (10.12.2004). Das Raumordnungsverfahren für den "Schleusenkanal Tornitz ohne Wehr" ist eingeleitet: Die Antragskonferenz, bei der die Träger öffentlicher Belange zum geplanten Vorhaben gehört werden, begann um zehn Uhr in Halle. Vor dem Tagungsort, dem Landesverwaltungsamt in der Dessauer Straße, demonstrierten rund 150 Beschäftigte, Gewerkschaftsvertreter und Unternehmer aus ganz Sachsen-Anhalt für die Vollendung des Saaleausbaus. Transparente mit Losungen wie "Faire Chancen für die Binnenschifffahrt!", "Saalekanal für Arbeitsplätze" oder "Perspektiven für unsere Jugend" dominierten den Vorplatz des Landesverwaltungsamtes.

"Ich demonstriere hier für meine Kinder"

, sagte der Geschäftsführer der Hafen Halle GmbH Gerhard Schneider gegenüber Medienvertretern. Der dreifache Familienvater brachte auf den Punkt, was die meisten Demonstranten bewegt: Von der Nutzbarkeit der Saale für die wirtschaftliche Binnenschifffahrt hängen Tausende Arbeitsplätze und damit die Zukunftsperspektiven für die hier lebenden Menschen, ihre Kinder und Enkel ab. Die rund 30 Demonstranten vom BUND hatten dagegen keine Argumente zu setzen.

"Nach jahrelangen kontroversen Diskussionen beginnt nun endlich die fachliche Bearbeitung des Projektes"

zeigte sich der Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) zufrieden. Mit der Eröffnung des Raumordnungsverfahrens sei ein Etappenziel erreicht. Jetzt müsse es darum gehen, das rechtsstaatliche Verfahren zügig und gründlich durchzuführen.

Der geplante rund 7,5 Kilometer lange Kanal zwischen Calbe und der Elbmündung soll die Saale für die wirtschaftliche Binnenschifffahrt nutzbar machen. Die Kosten für das Projekt wurden mit rund 80 Millionen veranschlagt. Die Voruntersuchungen von unabhängigen Gutachtern hatten ergeben, dass das Vorhaben wirtschaftlich, hochwasserneutral und umweltfreundlich ist. Im Rahmen des Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahrens für den Saale-Seitenkanal werden erneut umfangreiche fachliche Untersuchungen erfolgen und die konkreten Planungen mit allen Trägern öffentlicher Belange abgestimmt.

Nach den Erhebungen des VHdS können über 2,5 Millionen Tonnen Güter von den überlasteten Strassen auf das umweltfreundliche Binnenschiff verlagert werden. Diese Gütermenge entspricht rund 100.000 LKW-Ladungen, die dann nicht mehr über das Straßennetz der Region transportiert werden müssten. Das Binnenschiff ist in punkto Kraftstoffverbrauch, Schadstoffemission sowie Lärm das sparsamste und damit umweltfreundlichste Transportmittel.

Weitere Informationen unter www.saaleverein.de

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