Saale - Schleusenkanal - Befürworter stellten geplantes Projekt vor

Samstag, 21. Mai 2005, 15:13 Uhr

Saale - Schleusenkanal - Befürworter stellten geplantes Projekt vor

"Volksstimme" vom 21.05.2005

Bürgerversammlung in Tornitz/Werkleitz

Am vergangenen Mittwoch kamen die Bürger der Gemeinde Tornitz/Werkleitz zu einer Informationsveranstaltung über den geplanten Saale-Seitenkanal zusammen. Die 650-Seelen-Gemeinde liegt unmittelbar am geplanten Kanalverlauf.

Tornitz/Werkleitz (tli). Rund 100 Interessenten waren der Einladung von Bürgermeisterin Regina Grube in den Versammlungssaal in Werkleitz gefolgt. In ihren einführenden Worten legte die Bürgermeisterin noch einmal die Position der Gemeinde zum Projekt Saale-Seitenkanal dar. Danach erwies sich Grube als souveräne Moderatorin der Veranstaltung, in der es im Kern um die wirtschaftlichen Effekte des Projekts zur ganzjährigen Schiffbarmachung der Saale ging.

Der Dezernatsleiter der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, Detlef Aster, erklärte sachlich und allgemeinverständlich die Prozedur der Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren. Die Bürger bekamen Einsicht in den Dschungel von Behörden und deren Zuständigkeiten. Fragen der Anwesenden wurden beantwortet. Offene Atmosphäre.

"Jetzt wissen wir endlich, dass wir den Abschluss des Raumordnungsverfahrens abwarten müssen und erst im Planfeststellungsverfahren unsere privaten Belange einbringen können“

äußerte sich eine Tornitzerin.

„Die Forderungen nach Stopp des Raumordnungsverfahrens, die der BUND derzeit immer wieder streut, entbehren also jeglicher sachlicher Grundlage“

unterstrich Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt.

Peter Riecken, Geschäftsführer eines Gutachterbüros aus Essen, erläuterte die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zum Projekt Saale-Seitenkanal. Auch hier hatten die interessierten Bürgerinnen und Bürger jede Menge Fragen nach Vorgehensweise, Zustandekommen der Zahlen und der Wertung in der Kosten-Nutzen-Rechnung, die beim geplanten Saale Seitenkanal einen Faktor von 2, 3 ergeben soll. Es herrschte trotz mancher Meinungsverschiedenheit zu jeder Zeit eine offene und gelassene Atmosphäre.

Manfred Sprinzek sprach als Vertreter der an der Saale ansässigen Unternehmer zu den Gästen der Veranstaltung. Nach seiner Einschätzung berge der Kanalbau positive Auswirkungen auf die gesamte Region.

„Insgesamt könnten über drei Millionen Tonnen Güter jährlich über die Saale transportiert werden, wenn sie ganzjährig nutzbar wäre“

unterstrich Sprinzek.

Mit ganz konkreten Gütermengen und Einsparpotenzialen durch das kostengünstige und umweltfreundliche Transportmittel Schiff erklärten die Vertreter der Getreide und Agrarhandel Halle GmbH und der Schwenk Zement AG ihr Interesse an der Vollendung des Saaleausbaus. Der Schiffstransport würde in ihren Unternehmen Transportkosteneinsparungen zwischen zwei und fünf Euro pro Tonne möglich machen. Gerade bei Massengütern wie Getreide, Zement oder Kies brächte das Standortvorteile in Größenordnungen. Und dies wiederum sei der beste Garant für die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region. (VS)

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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