Saalekanal: Geisterkanal oder unverzichtbar?

Samstag, 27. Oktober 2007, 20:16 Uhr

Saalekanal: Geisterkanal oder unverzichtbar?

Bonapart Newsletter Oktober 2007 - 4

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung 26. Oktober

Die Grünen und der Bund Umwelt u. Naturschutz (BUND) kritisieren, dass Sachsen-Anhalt weiter am Bau des Saalekanals festhält. Wenn das Verkehrsministerium des Landes behaupte, der 80 Mio. € teure Kanal verbessere die Schifffahrt nach Halle, würden den Bürgern schlicht die Taschen vollgelogen, sagte Ernst Paul Dörfler vom BUND.

Ähnlich äußerte sich die Grünen-Landesvorsitzende Undine Kurth. Sie forderte die Landesregierung auf, den «unsinnigen Geisterkanal» und die damit verbundene Millionenverschwendung von Steuergeldern ad acta zu legen. Das Ministerium verschweige, dass Schiffe auf der Elbe verkehren müssten, um die Saale zu erreichen, erklärten Dörfler und Kurth. Die Elbe führe jedoch nicht zuletzt durch den Klimawandel immer weniger Wasser. Schon jetzt könnten dort wegen Niedrigwassers monatelang keine großen Güterschiffe verkehren. Daran änderten auch die bis 2010 entlang der Elbe geplante Ausbauprojekte nichts. Nach den Worten von Kurth stellen die Wirtschaft und die Häfen an Elbe und Saale auf Schienentransport um, was auch die Landesregierung endlich zur Kenntnis nehmen müsse.

Verkehrsstaatssekretär Hans-Joachim Gottschalk sagte anlässlich einer Tagung in Halle, der Bau des Saale-Kanals werde die ganzjährige wirtschaftliche Befahrbarkeit der Saale ermöglichen. Das Raumordnungsverfahren soll in Kürze starten. Ziel müsse es auch sein, in der Elbe von Geesthacht bis Dresden durchgängig eine Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter zu gewährleisten. Angesichts der enormen Güterströme von und nach Hamburger müssten im Hinterland vermehrt Binnenschiffe in die Transportketten eingebunden werden. Sie verfügten als einzige Verkehrsmittel noch über erhebliche Kapazitätsreserven. Der 7,5 Kilometer lange Saale-Kanal soll den Plänen zufolge nahe Tornitz kurz vor der Mündung der Saale in die Elbe diverse Flusswindungen überbrücken. Dadurch soll die Saale von Halle bis zur Mündung in die Elbe ganzjährig für Schiffe bis 1350 t befahrbar sein.

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