Saalekanal: Verkehrsminister wehrt sich gegen BUND-Vorwürfe

Freitag, 25. Juli 2008, 07:58 Uhr

Saalekanal: Verkehrsminister wehrt sich gegen BUND-Vorwürfe

BUND hatte Planungsende gefordert für den 100-Mio-Kanal und illegalen Elbeausbau unterstellt

halleforum.de, Halle (Saale), 24.07.2008

(ens) Harte Geschütze hatte am Dienstag der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND im Kampf gegen den Ausbau der Saale aufgefahren. Der Bundesvorsitzende Hubert Weiger hatte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre aufgefordert, das Raumordnungsverfahren zum Bau des 100 Mio Euro teuren Saalekanals einzustellen. Zugleich hatte man der Schifffahrtsverwaltung vorgeworfen, die sogenannten Unterhaltungsmaßnahmen für einen verdeckten und daher illegalen Ausbau der Elbe zu missbrauchen. Damit wolle man eine ganzjährige Befahrbarkeit der Elbe erreichen.

Im Gespräch mit dem HalleForum wehrte sich Verkehrsminister Daehre nun gegen die Vorwürfe. „Wir leben Gott sei Dank in einem demokratischen Staat und da muss man die demokratischen Spielregeln einhalten“, so der Minister. So habe der Bundestag im Bundesverkehrswegeplan das Land Sachsen-Anhalt beauftragt die Planungen für einen Saalekanal bei Tornitz durchzuführen. „Und das machen wir jetzt.“ Illegal sei, so Daehre, was der BUND mache in dem er das Land auffordere, das Raumordnungsverfahren zu beenden. „Da würde ich gegen bestehende Gesetze verstoßen.“ Man werde die Verfahren, so wie beauftragt, durchführen. Am Ende stehe dann ein Ergebnis, das alle Seiten akzeptieren müssten. „Wenn es ökologisch vertretbar ist, wird gebaut. Wenn nicht muss ich es auch akzeptieren“, so Daehre weiter.

Der Minister machte keinen Hehl daraus, ein Befürworter des Ausbaus zu sein. „Ich glaube wir werden in ein paar Jahren froh sein, die Flüsse mit nutzen zu können, weil die Straßen überlastet sind.“ Jede auf den Flüssen transportierte Tonne entlaste den Straßenverkehr. „Ich bin für einen gesunden Mix aus Straße, Schiene und Wasserstraße“, führte der Minister weiter aus.

In der ersten Septemberhälfte solle es in Halle (Saale) gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität eine Veranstaltung zum Thema Schiffbarkeit der Saale geben. Dabei könnten die unterschiedlichen Argumente ausgetauscht werden. Auch die Entwicklungspotenziale des halleschen Hafens sollen aufgezeigt werden. „Ich denke das der Hafen Halle erheblich von einem Ausbau der Saale profitieren wird“, sagte Daehre. In den letzten zwei Jahren hatte hier gerade mal ein einziges Schiff angelegt.

Der 7,5 Kilometer lange Schleusenkanal bei Tornitz soll ein kurvenreiches Saalestück vor der Mündung bei Barby umgehen. Gingen erste Planungen zunächst von Baukosten in Höhe von 80 Millionen Euro aus, soll der Bau nun 100 Millionen Euro kosten. Umweltverbände halten den Bau für unwirtschaftlich und befürchten Zerstörungen der Natur.

 

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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