Sachsen-Anhalt: Das Drehkreuz in Ostdeutschland

Mittwoch, 18. November 2009, 21:55 Uhr

Sachsen-Anhalt: Das Drehkreuz in Ostdeutschland

Prager Zeitung 18. 11. 2009

Im Hafen Magdeburg werden jedes Jahr drei Millionen Tonnen Waren umgeschlagen

In Sichtweite des trimodalen Umschlagterminals führt die Autobahn A2 entlang, einen Steinwurf entfernt liegt das Wasserstraßenkreuz Elbe/ Mittellandkanal. Gleisanschlüsse befinden sich direkt auf dem Hanse-Terminal, die Schleuse Rothensee und die Elbe in unmittelbarer Nähe - der Standort stimmt und die Infrastruktur auch.

Der Magdeburger Hafen hat sich dank der Magdeburger Hafen GmbH, die ihn bewirtschaftet, in wenigen Jahren von einem klassischen Massenguthafen zu einem Logistik- und Servicestandort ersten Ranges entwickelt. „Unser Konzept beruht auf einer Drei-Säulen-Strategie“, sagt Hafenchef Karl-Heinz Ehrhardt. „Zunächst einmal sind wir ein traditioneller Hafen mit Lagerung, Umschlag und Verteilung der Güter. Dazu kommt die logistische und speditionelle Dienstleistung. Und die dritte Säule beinhaltet Ansiedlungen, Immobilien, Infrastruktur und die Standortvermarktung“, berichtet Ehrhardt.

Rund drei Millionen Tonnen schlägt der Magdeburger Hafen jährlich um. Je nach Umschlagsart stehen verschiedene Terminals und Techniken zur Verfügung. Dazu gehören drei moderne Flüssiggutumschlaganlagen im Ölhafen, Portalkräne im Industriehafen, ein modernes KV-/ Containerterminal für Container und Wechselbrücken im Hansehafen sowie Vollportal-Wippdrehkräne für Massengutumschlag und Leichterungen im Terminal-Trennungsdamm im Kanalhafen.

Eine Magdeburger Besonderheit ist der Umschlag von Zucker auf dem Gelände des Industriehafens. Der Zucker wird lose per Bahn oder LKW angeliefert, in 50 kg-Säcke verpackt und anschließend in Container verladen, die dann per Bahn oder Schiff nach Hamburg und von dort aus weiter nach Übersee gehen.

Mit seiner Fläche von 655 Hektar, einer Kailänge von fünf Kilometern und 54 Kilometern Gleisnetz ist der Magdeburger Hafen der größte und leistungsfähigste Binnenhafen in Mitteldeutschland und gehört zu den bedeutendsten Binnenwasserterminals. Dabei richtet Ehrhardt seinen Fokus auf Osteuropa. „Die Warenströme verlagern sich immer mehr in diese Richtung“, sagt er. „Und wir haben die Märkte direkt vor uns.“

Über Elbe und Mittellandkanal/Weser ist Magdeburg direkt an die norddeutschen Seehäfen angebunden. „Wir wollen der Hinterland-Hub für die norddeutschen Häfen werden“, betont Ehrhardt. Dazu beitragen wird auch der Ausbau der Mittelweser mit vergrößerten Schleusen in Dörverden und Minden. Denn damit werden ab 2012 über die Verbindung zum Mittellandkanal auch Schubverbände und verlängerte Großmotorgüterschiffe zwischen Bremen und Magdeburg verkehren können.

Mit der Fertigstellung der Niedrigwasserschleuse in rund einem Jahr ist Magdeburg an 365 Tagen im Jahr mit einem Schiffstiefgang von 2,80 m anlaufbar. Mit dem KV-Terminal auf dem Hanse-Kai und der unlängst beschlossenen Kooperation mit dem Umschlagsunternehmen EUROGATE sieht der Hafenmanager sein Unternehmen auf einem guten Weg.

Kein Wunder, dass der Hafen ein besonderes Verhältnis zu den bremischen Häfen und dem Hamburger Hafen pflegt. „Wir sind Mitglied der Bremischen Hafenvertretung und der Hafen Hamburg Marketing e.V., weil ein enger Schulterschluss zu den deutschen Seehäfen zu den wichtigsten Bausteinen eines Binnenhafens mit Hinterlanddrehscheibenfunktion gehört.“


Zahlen-Daten-Fakten

Der Magdeburger Hafen:
- 3 Hafengebiete: Kanalhafen, Hansehafen und Industriehafen
- Gesamtfläche einschließlich Wasser
ca. 655 ha
- Ansiedlungsfläche direkt
im Hafengebiet – 15 ha
- Ansiedlungsfläche ca. 1 km entfernt
vom Hafen – 100 ha
- Uferlänge 14 km
- 6 Krananlagen bis 50 t
- KV-/Containerterminal im Hansehafen/Hanse-Terminal
(Portalkran, Reachstacker)
- Zuckerumschlagsanlage mit Absackung
- 8 180 m2 gedeckte Lagerfläche + 20 000 m2 in Planung
- 172 500 m befestigte Freilagerfläche
- Hafenbahn mit 3 eigenen Triebfahrzeugen, Gleisnetz 54 km mit Anliegeranschluss

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