Saison-Ende am Saaleufer

Dienstag, 28. Oktober 2008, 23:49 Uhr

Saison-Ende am Saaleufer

mz-web.de VON JAN MÖBIUS, 27.10.08

42 Motorboote wurden in Brachwitz in den Winterschlaf geschickt. Am Kran-Haken sind sie an Land gebracht worden

BRACHWITZ/MZ.. David Hauff und sein Team vom "Wohnmobil & Wassersport Zentrum" (WWZ) sind ein eingespieltes Team. Kaum steht eines der Boote, die am Anleger nahe der Brachwitzer Fähre festgemacht sind, auf dem Auto-Anhänger am sicheren Ufer, schwenkt der alte Hafenkran seinen Arm wieder über die Saale. Mit wenigen, aber sicheren Handgriffen werden die großen Schlingen am nächsten Sport-Boot festgemacht. Es dauert nur Minuten, bis auch das auf dem Trailer steht, wie der Anhänger für den Transport der schnittigen Wasserfahrzeuge heißt, und gesichert ist.

Bei allem Tempo, das die Männer an den Tag legen, ist freilich auch Vorsicht geboten. Denn vom Ruderboot bis zur Mega-Yacht findet man am Brachwitzer Anleger alles, was auf der Saale von Hobbykapitänen bewegt werden kann. Darunter befinden sich teils wahre Schätze, die bis zu 60 000 Euro und noch darüber hinaus kosten können. Dennoch: Hauff kann über zu wenig Kundschaft momentan nicht klagen: "Die 50 Liegeplätze sind ausgebucht", sagte der 36-Jährige.

Die meisten Sportboote verbringen den Winter in Lagerhallen, die Hauff an seinem Firmensitz in Sennewitz als Quartier anbietet. Dort werden auch Reparaturen und Reinigungsarbeiten durchgeführt. Erst im Frühjahr, meist zu Ostern, kehren sie an ihren Liegeplatz am Brachwitzer Saaleufer zurück.

Dort können mit dem Hafenkran Boote bis zu zehn Tonnen aus dem Wasser oder wieder hinein gehoben werden. "Für die schweren Brocken, die teilweise bis zu 15 Tonnen wiegen, haben wir eine Vereinbarung mit dem Trothaer Hafen in Halle", erklärte Hauff. Das so genannte Ab- und Ankranen sei auch immer ein gesellschaftliches Ereignis. Hauff: "Die Bootsbesitzer tauschen dann Erfahrungen aus. Und ein guter Happen vom Grill gehört auch dazu."

Begonnen hat Hauff vor acht Jahren mit zehn Liegeplätzen. "Doch", so sagt er, "der Bau des 120 Meter langen Stegs am Saaleufer hat sich gelohnt. Denn auch Wasserwanderer nutzen den Anleger." Einige seiner Dauerkunden würde er im Sommer für Wochen nicht sehen. "Sie machen sich dann mit ihren Booten zu Flüssetouren auf, die sie bis zur Ostsee führen", weiß der Geschäftsführer. Von der Saale geht die Reise dann über die Elbe und die Spree.

Eine monatelange Schulung benötige man nicht für den Boots-Führerschein. "Ein Passbild, eine Auto-Fahrerlaubnis und ein ärztliches Attest reichen." An zwei Abenden werden theoretische Inhalte vermittelt und die praktische Ausbildung an einem Nachmittag abgehalten.

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