Schadstoffe in der Elbe gehen weiter zurück

Donnerstag, 28. Juni 2007, 22:44 Uhr

Schadstoffe in der Elbe gehen weiter zurück

Umweltschutz WELT ONLINE 18. Juni 2007

 Die Arge Elbe überwacht seit 30 Jahren per Hubschrauber den Fluss und verzeichnet seit den 90er Jahren einen Schadstoffrückgang um etwa 90 Prozent. Das größte Problem ist und bleibt allerdings der Sauerstoffmangel.

Wenn ein Hubschrauber im Tiefflug über die Elbe knattert und an einem Seil Geräte ins Wasser senkt, müssen das nicht unbedingt Dreharbeiten für einen „James Bond“-Film sein. Der Anblick ist vielen Menschen längst bekannt. Zum 250.Mal sollte am Montag ein Helikopter starten, um im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für die Reinhaltung der Elbe (Arge Elbe) Wasserproben an zahlreichen Stellen der Unterelbe zu nehmen. Sechsmal im Jahr gibt es neue Daten von der Unterelbe zwischen Geesthacht und der Mündung in die Nordsee, alle halbe Jahr sogar vom gesamten Fluss. Zum Jubiläum ist Hamburgs Umweltsenator Axel Gedaschko (CDU) mit an Bord.

„Es gibt bei sehr vielen Schadstoffen einen abnehmenden Trend“, sagt der stellvertretende Leiter der Hamburger Wassergütestelle Elbe, Michael Bergemann, zum Erfolg der Arge Elbe, an der alle Bundesländer beteiligt sind, die von der Elbe durchflossen werden. Den Anfang machten 1977 Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. 1993 kamen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen dazu. „Die größten Erfolge gab es in den 90er-Jahren“, sagt Bergemann. Bei vielen Schadstoffen beträgt der Rückgang im Elbwasser 90 Prozent und mehr. „Das große Pfund ist weg.“ Sorgen bleiben dennoch. Einzelne Verbindungen bereiten weiter Probleme, so Hexachlorbenzol (HCB), das vorwiegend in Tschechien in den Fluss gelangt.

 

In den 80er Jahren ein ungesunde Brühe

 

Im fast 25 Grad warmen Wasser der Elbe bei Blankenese planschen in diesem Frühsommer die Kinder, am Strand tummeln sich Sonnenhungrige. Baden in der Elbe ist wieder beliebt – dabei müssen eher Wellen der großen Containerschiffe und starke Strömung als Verschmutzung gefürchtet werden. Das war noch in den 80er-Jahren ganz anders. Schwermetalle, ungeklärte Abwässer und gründliche Überdüngung aus der Landwirtschaft hatten das Wasser der Elbe zu einer ungesunden Brühe gemacht. Unvergessen sind Bilder mit über und über von Tumoren entstellten Fischen aus den Netzen der Finkenwerder Fischer. Auch wenn die Elbe gerade das erste große Sauerstoffloch der Saison überstehen musste, hat sich nach Bergemanns Angaben dieses Problem etwas entschärft. „Früher war es normal, dass der Sauerstoffgehalt im Mai auf ein Milligramm pro Liter fiel und erst im September wieder stieg.“ Fische, die nicht rechtzeitig in andere Gebiete flüchten konnten, hatten keine Überlebenschance. Die tiefsten Werte in den letzten Wochen in Hamburg lagen bei knapp zwei Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser, kritisch für Fische sind unter drei Milligramm.

Der Unterschied: Heute steigen die Werte zwischendurch auch schnell wieder an, etwa wenn Regen fällt oder es ein paar kühlere Tage gibt. „Die Gefahr eines Fischsterbens besteht jedes Mal“, sagt Bergemann. Wenn ein Sauerstoffmangel aber nicht zu plötzlich kommt, könnten die Fische darauf reagieren und ausweichen.

Heute tummeln sich wesentlich mehr Fischarten in viel größerer Zahl in der Elbe als vor 20 Jahren. Welchen überraschenden Effekt das zerstörerische Hochwasser im Frühjahr 2006 hatte, zeigt sich jetzt an der Zahl der Hechte. Die Raubfische nutzten die vielen überfluteten Wiesen, um ihre Eier abzulegen. Jetzt liegen sehr viele junge Hechte im Fluss auf Beutefang, weiß der Wissenschaftler. 

Zum Jubiläumsflug erneuert der Naturschutzbund Nabu seine Warnung vor einer weiteren Vertiefung der Fahrrinne in der Elbe. Das würde die Sauerstoffprobleme verschlimmern, befürchtet der Sprecher des

. Weitere Flachwassergebiete, die für die Sauerstoffanreicherung des Wassers wichtig sind

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