Schiffer fahren der Ladung hinterher

Dienstag, 20. Januar 2009, 12:24 Uhr

Schiffer fahren der Ladung hinterher

Aufenthalt von drei tschechischen Schubverbänden im Akener Hafen endet am Dienstag

mz-web.de 19.01.09 VON LOTHAR GENS

AKEN/MZ. So schön Schnee und Eis zumindest für Kinder und Wintersportler auch waren - Jaroslav Minovsky ist mächtig froh, dass es wärmer wird. Wen das wundert, der muss wissen: Jaroslav Minovsky ist Binnenschiffer. Der Heimathafen seiner drei Schubverbände ist Decin in der Tschechischen Republik. Und er und seine acht Kollegen, die auf den drei Schubschiffen beschäftigt sind, hängen aufgrund des starken Eisgangs auf der Elbe bereits seit 13 Tagen fest. Pardon: Hingen fest, denn heute, am 14. Tag wollen sie am liebsten aufbrechen in Richtung Heimat.

Knapp vier Tage wird es dauern, dann können sie in Decin festmachen. Was aber nicht heißt, dass die Zeit in Aken als Urlaub durchgehen könnte. Denn während der Tage hier haben die Männer genügend zu tun gehabt. Die Ladung von immerhin rund 2 500 Tonnen Soja-Schrot - in der Tschechischen Republik als Viehfutter benötigt - ist während der Liegezeit in Aken auf Lkw verladen worden (die MZ berichtete). Und die Schiffsbesatzungen hatten ihre liebe Mühe und

Not, dafür die Schub-Leichter so nahe an die Kaimauer zu bekommen, dass die Reichweite des Krans für diese Arbeit ausreichte. Trotzdem der Eisbrecher "Rotehorn" kontinuierlich des öfteren hier seine Bahn zog - die verbliebenen Eisschollen lagen dicht an dicht, sorgten permanent für Distanz zwischen Schiff und Spundwand.

Das ist zwar nun geschafft, doch die unfreiwillige Pause in Aken geht nicht ohne weiteres an Jaroslav Minovsky vorbei. "Klar ist das ein wirtschaftlicher Schaden", sagt der Mann. "Niedrigwasser im Sommer und Eisgang im Winter, das ist schlecht fürs Geschäft, das sind finanzielle Einbußen." Zuletzt hat Minowsky 1999 einen Winter mit so intensivem Eisgang auf der Elbe erlebt. Und da war es auch so: "Kann man nicht fahren, kann man nichts transportieren." Und eben nichts verdienen. Das gilt auf jedem Schubverband von Jaroslav Minovsky für drei Mann: den Käpt'n, den Steuermann und den Maschinisten. Einer der drei Käpt'ns ist er selbst.

Während sich Minovsky und seine Männer auf die Heimfahrt zu den Familien freuen, dreht der Eisbrecher "Rotehorn" im Hafen wieder seine Runde. Und Hafenchef Klaus Schröter wartet auf die Nachricht, dass die Elbe wieder freigegeben wird. Dann kehrt wieder Normalität in den Betrieb ein. Und die tschechischen Kollegen können nach Hause.

 

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