Schifferball mit vielen Hits

Sonntag, 13. Januar 2008, 23:52 Uhr

Schifferball mit vielen Hits

Über 400 Gäste feiern mit Roßlauer Schifferverein in der Elbe-Rossel-Halle

MZ, von Gina Apitz, 13.01.08

Dessau-Roßlau/MZ. Der erste Tanz gehörte ihnen. Die Herren in den schwarzen Anzügen, die am Samstag zuerst mit ihrer Partnerin über die Tanzfläche wirbelten, gehörten allesamt zum Roßlauer Schifferverein. Erst beim zweiten Schlager "Er gehört zu mir" durften alle Gäste in der Elbe- Rossel-Halle das Tanzbein schwingen. Lange bitten ließ man sich nicht. Wenn die Roßlauer Schiffer zu ihrem traditionellen Ball einladen, bleibt niemand lange auf seinem Sitzplatz. Bereits der Spielmannszug Blau-Weiß Roßlau wurde gleich zu Beginn stehend begrüßt. Die Musiker begeisterten mit lauter Marschmusik, zeigten dann jedoch, dass man mit Trommeln und Querflöten auch bekannte Hits wie "Mamma Mia" spielen kann.

Noch ein weiteres Highlight erwartete die Gäste. Gegen halb neun erklommen "Die Börner" aus dem Weserbergland die Bühne. Die sechs Musiker, die sich als Laienspielgruppe bezeichnen, parodierten Lieder der verschiedensten Genre. Den Rest des Abends gestaltete die Happy Swing Band aus Halle, mit der noch bis in den Morgen hinein gefeiert wurde. Die Musiker verbreiteten mit Schlagern und Oldies sofort gute Laune.

Nixe zur Eröffnung

"Wegen der guten Stimmung" kommen auch Manfred und Renate Schumacher aus Roßlau jedes Jahr zum Schifferball. "Außerdem trifft man immer alte Kumpel von früher", erklärt der 69-Jahre alte Manfred Schumann. Ob er seine Gattin heute noch zur Tanzfläche führt? "Wenn sie will, bestimmt."

Die Schiffernixe musste an diesem Abend offiziell nur den Eröffnungstanz mitbestreiten. Den restlichen Abend über habe sie "keine weiteren Verpflichtungen", sagt Victoria Tauchert, die das Amt seit August 2007 inne hat. Den Schifferball bezeichnet die 17-jährige Schülerin aus Dessau als "das erste Highlight", an dem sie als Nixe "teilnehmen darf". Victoria versichert: "Das macht Spaß, weil man interessante Leute trifft." Darunter auch Oberbürgermeister Klemens Koschig, der sich den Ball ebenfalls nicht entgehen ließ. Viele Dessau-Roßlauer taten es ihm gleich.

Über 400 Karten wurden im Vorfeld verkauft. "Etwa genauso viele wie im vergangenen Jahr", konstatiert Hans-Georg Strauß, Vorsitzender des Roßlauer Schiffervereins. Trotzdem hätte man sich noch etwas mehr Resonanz gewünscht. Die Elbe-Rossel-Halle ist für 480 Besucher ausgelegt. Der Schifferball wird übrigens schon seit der Gründung des Vereins 1847 jedes Jahr während der Wintermonate

organisiert. "In dieser Zeit war die Elbe in der Regel zugefroren oder mit Eisschollen bedeckt", erklärt Hans-Georg Strauß. "Da die Schifffahrt nicht möglich war, blieb Zeit zum Feiern." Im Sommer waren die Schiffer dagegen 14 bis 16 Stunden täglich unterwegs.

Heute sind nur noch neun der 43 Mitglieder des Vereins aktiv im Bereich Schifffahrt tätig. Der Rest ist längst in Pension. Das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder liegt bei 63 Jahren. Nachwuchs wird dringend gesucht. Doch Strauß weiß: "Es ist sehr schwer, junge Leute für unseren Traditionsverein zu gewinnen."

Streit um Fluss

Neben der Betreuung des Schifffahrtmuseums setzt sich der Verein für die aktive Beschiffung von Elbe und Saale ein. Streit gibt es deshalb mit Umweltschützern, die die Elbe nur noch für den Tourismus und für Sportevents freigeben wollen. Strauß hingegen sieht keinen Kompromiss mit den Naturschützern. "Die Flüsse sind wichtige Transportwege", stellt der 60-Jährige klar. "Unser Nachbar Tschechien beispielsweise ist auf die Elbe angewiesen."

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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