Schiffermütze und Cowboyhut

Donnerstag, 20. Januar 2005, 10:05 Uhr

Schiffermütze und Cowboyhut

Elbfreunde aus nah und fern feiern beim traditionellen Rosslauer Schifferball

MZ vom 17.01.2005

Von Stefanie Hommers

Rosslau/MZ. Kurze Tage, eisige Temperaturen und ein zugefrorener Fluss - der Januar war für die Elbschiffer zumindest in früheren Jahren ein Ruhemonat und bot Gelegenheit, gemeinsam zu feiern. Unabhängig von den aktuellen Wetterwerten pflegt der Rosslauer Schifferverein diesen Brauch. Am Samstagabend hatten die Kameraden wieder zum traditionellen Schifferball eingeladen und alle, alle kamen.

"Was wären wir ohne diesen Import."
(Klemens Koschig, Bürgermeister)

In vollbesetzten Elbe -Rossel -Halle erneuerten die Rosslauer und Ihre Gäste aus den Schiffervereinen von Alsleben, Aken, Breitenhagen und Wehlen fröhlich feiernd das leidenschaftliche Bekenntnis zu ihrem Fluss und zur Binnenschifffahrt. Elbwasser ist Elbwasser und für die Kameraden das Lebenselixier überhaupt, egal an welchem Streckenabschnitt der Elbe sie das Licht der Welt erblickt haben.

Nichts habe ihn mehr geschmerzt, als die verordnete Untätigkeit durch den verhängten Baustopp an der Elbe nach dem Jahrhunderthochwasser 2002, bekennt Ulrich Finke. Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden ist ein echtes Kind der Elbe: In Meißen geboren, beschäftigte er sich schon in seiner Diplomarbeit mit einer Untersuchung der Schifffahrtsverhältnisse auf der Elbe und ist seit mittlerweile seit 40 Jahren unermüdlich für die Belange der Binnenschifffahrt im Einsatz. Für dieses Engagement wird er am Samstagabend von den Rosslauer Kameraden mit dem "Goldenen Anker" ausgezeichnet.

Die Vergabe der Auszeichnung an Persönlichkeiten, die sich um die Förderung der Binnenschifffahrt der Elbe und ihre schiffbaren Nebenflüsse verdient gemacht haben, lag bislang in den Händen der Schifferbrüderschaft Tangermünde. 2005 durften erstmals die Kameraden des Schiffervereins Rosslau 1847 die Ehrung vornehmen. Zur Freude des Vereinsvorsitzenden Dieter Herrmann, den mit Ulrich Finke nicht nur die Liebe zur Elbe verbindet, sondern auch der gemeinsame Geburtsort Meißen." Was wären wir ohne diesen Import" urteilt denn auch Bürgermeister Klemens Koschig in seiner Laudatio anlässlich der Preisverleihung, lobt so mit dem Geehrten zugleich den Ehrenden und wirbt vehement für die Elbe als Lebensader, Verkehrsweg und Erholungsraum.

Zusammen durch dick und dünn, durch Hoch- und Niedrigwasser, das gemeinsame Engagement eint auch jene, die als Gäste und Mitwirkende zum Gelingen des Abends beitragen. Im Western-Outfit mit Cowboyhut und Stiefeln geschmückt, warten die Mitglieder des Country - Clubs Rosslau auf Ihren Auftritt. Der seit fünf Jahren existierende Verein kann zwar beiweitem noch nicht auf so eine lange Tradition zurückblicken, wie der Schifferverein,

"aber man muss doch zusammenhalten in der Region"

findet Line- Dancer Thomas Carstensen.

Zu Klängen der Gruppe "Frankenzauber" dürfen die Ballgäste dann auch selbst das Tanzbein schwingen. Zu den Klängen des Schneewalzers eröffnen die Schiffer den Reigen, und sie zeigen auf der Tanzfläche ebenso viel Engagement, Leidenschaft und Durchhaltevermögen, wie bei ihrem Einsatz für die Elbe.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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