Schifffahrt bleibt umstritten - Fachleute diskutieren über die Zukunft der Elbe

Samstag, 01. November 2008, 20:28 Uhr

Schifffahrt bleibt umstritten - Fachleute diskutieren über die Zukunft der Elbe

Leserbrief an MZ Halle von Karl Jüngel

Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Ihrem Bericht vom 27.10.2008 Schifffahrt bleibt umstritten - Fachleute diskutieren über die Zukunft der Elbe zum dritten Elbesymposium der Evangelischen Kirche erlaube ich mir folgenden Kommentar.
Die Einleitung dieses Beitrags ist journalistisch sehr schlecht recherchiert und zeigt, mit welchem Ziel die Berichterstattung zum Thema Erhaltung der Wasserstraßen, und das speziell in Sachsen-Anhalt, geführt wird.
Statt der Passage. Am Nachmittag kamen sie,drei hintereinander halb beladene Schubverbände unter tschechischer Flagge... hätte Ihr Berichterstatter auch schreiben können: Bemerkenswert ist, das trotz des wenig erfreulichen Wasserstandes der Elbe  ehrere tschechische Schubschiffe auf der Elbe unterwegs waren. Allein das Schubschiff TR 37 beförderte an diesem Tag in einem Schubleichter 500112 kg und in einem zweiten 180120 kg (zusammen ca. 680 t  !) des in der Tschechischen Republik dringend benötigten Sojaschrotes (Futtermittel). Diese Ladungsmende bedeutet ein Äquivalent vo 27 Lkw oder 17 Eisenbahnwaggons. Damit leistet die umweltfreundliche Binnenschifffahrt einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Straßen und Schienen und zur Verminderung der Umweltbelastung. Ein weiterer Nebeneffekt stellt sich durch Einsparungen bei den Transportkosten ein. Mit dieser Ladung war dieses Schiff zu 80 % ausgelastet, weil Getreide eine relativ geringe Dichte hat.
Wir sollten und müssen alle zur Kenntnis nehmen, dass die klassischen Massengüter, wie vor ca. 100 Jahren (Kohle, Salz, Erze und andere chemische Grundstoffe), in Mitteldeutschland kaum noch anfallen. Es ist festzustellen, dass vollausgelastete Containerschiffe heute in der Regel einen Tiefgang von 1,40 m haben, also nicht einmal 1,60 m Tauchtiefe der Elbe und Saale benötigen, um wirtschaftlich  zu verkehren. Außerdem hat sich der Seehafen Hamburg die neunte Position unter den weltgrößten Containerhäfen gesichert und benötigt dringend eine gut funktionierende Binnenschifffahrt im Hinterland auf Elbe und Saale. Im Jahr 2007 wurden im Hamburger Hafen 9,9 Mio. Standartcontainer umgeschlagen, die jährliche Steigerungsrate beträgt hier zwischen 10 und 11 %.   

ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

 

Karl Jüngel, Wittenberg  karl.juengel@arcor.de

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