Schiffshebewerk: Am Sonntag letzte Hubbewegungen

Freitag, 30. Juni 2006, 22:44 Uhr

Schiffshebewerk: Am Sonntag letzte Hubbewegungen

von Peter Ließmann volksstimme.digital 30. Juni 2006

Schiffshebewerk: Am Sonntag letzte Hubbewegungen

Im Schiffshebewerk Rothensee gehen am Wochenende " die Lichter aus ". Da die Revisionsarbeiten an der neuen Schleuse abgeschlossen sind, wird das Hebewerk als Schleusen-Ersatz nicht mehr benötigt und in eine Ruheposition gebracht. Am Sonntagabend gegen 19 Uhr könnte dann der vorerst letzte Hubvorgang stattfi nden. Der Kampf gegen die Stilllegung geht indes weiter.

Magdeburg. Wenn am Montag um 6 Uhr die Schleuse Rothensee wieder ihren Betrieb aufnimmt, ist für das benachbarte Schiffshebewerk Schluss – nach offi zieller Lesart des Bundesverkehrsministeriums jedenfalls. " Wir werden dann das Hebewerk in eine Ruheposition bringen ", sagt Tjark Hildebrandt, Chef des Magdeburger Wasser- und Schifffahrtsamtes. Das heißt, die Pumpen und alle anderen technischen Anlagen werden ausgeschaltet. Mehr allerdings noch nicht. " Für die endgültige Stilllegung im Sinne des geltenden Denkmalschutzes muss jetzt ein Konzept erarbeitet werden ", sagt Tjark Hildebrandt. Das werde eine Zeit lang dauern. 
Genug Zeit, um das technische Denkmal doch noch als funktionstüchtige Anlage zu retten ? Die Hebewerk-Freunde sind erst einmal optimistisch und machen weiter Druck auf das Bundesverkehrsministerium, vor allem politischen Druck.

56 000 Unterschriften für den Erhalt des Schiffsfahrstuhls wurden in den vergangenen Wochen gesammelt. Die sollen am 7. Juli dem Bundesverkehrsministerium übergeben werden. Und das nicht etwa in aller Stille, sondern möglichst öffentlichkeitswirksam. " Wir haben Ratsfraktionen, Parteien, Verbände und Organisationen eingeladen, mit nach Berlin zu fahren ", sagt Klaus Puchta, Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordneter. Man werde mit Bussen anreisen und auch für bundesweites Medieninteresse sorgen. Magdeburgs Stadt-oberhaupt, OB Lutz Trümper, will höchstpersönlich die Unterschriften an ministerieller Stelle in Berlin abgeben, möglichst an den Bundesverkehrsminister selbst. Und Trümper wird auch noch einmal an die Wichtigkeit des technischen Denkmals für die Region und an die wirtschaftliche Notwendigkeit für den Fremdenverkehr erinnern.

Bei der " Weißen Flotte " hofft man zwar auf einen Weiterbetrieb des Hebewerks, an diesem Wochenende dürften die Fahnen allerdings erst einmal auf Halbmast hängen, denn am 2. Juli werden MS " Sachsen-Anhalt " und MS " Wolfsburg " zu ihren vorerst letzten Fahrten zum Schiffsfahrstuhl aufbrechen. " Wir fahren an beiden Tagen ab 13 und ab 14 Uhr vom Petriförder aus zum Hebewerk ", sagte gestern Flotten-Chef Bernhard Thümler. Für die " Weiße Flotte " bedeutet die Stilllegung des Hebewerks sofort fi nanzielle Einbußen, denn die Route dorthin war ein festes und beliebtes Angebot der Ausflugsdampfer.

Um 19 Uhr wird am Sonntag dann der Betrieb des Schiffshebewerks laut Auskunft vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt eingestellt. Das heißt, wer kurz vor 19 Uhr am Hebewerk mit seinem Schiff eintrifft, könnte dann den letzten Hubvorgang des in Europa fast einmaligen technischen Denkmals miterleben.
Im Förderverein " Technische Denkmale Sachsen-Anhalt ", der sich ebenfalls für den Erhalt des Hebewerks einsetzt, war man gestern überrascht von der Stilllegung schon am Montag. " Wir hatten den Termin 5. Juli angekündigt bekommen ", sagte Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Paqué sichtlich verärgert.

Aber man werde dennoch auf jeden Fall am letzten Abend des Hebewerks, egal, wann der sein werde, mit Aktionen vor Ort sein und hoffe dabei auch auf eine große Teilnahme aus Politik und Bevölkerung.



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