Schubschiffe bugsierten Kenia - Fähren von Dresden nach Hamburg

Sonntag, 14. März 2010, 16:53 Uhr

Schubschiffe bugsierten Kenia - Fähren von Dresden nach Hamburg

Beitrag – Mitteilungen des Sächsischen Hafen- und Verkehrsvereins e.V. „Der Oberelbe Hafenbrief“ von Dr.Seibt

Getreu des Dichterwortes: „Mit des Geschickesmächten ist kein ewiger Bund zu flechten“ – bäumten sich zahlreiche Hindernisse beim Transport der Kenia-Fähren auf der Elbe auf.
Ursprünglich sollte der Transport bereits Anfang Januar des Jahres im Hamburger Hafen eintreffen. Doch zeitweilige Sperrung der Unteren Elbe wegen Eisgang verhinderte die Lieferung. Nach gelungener Probefahrt auf der Elbe (Vgl. Bild) konnte am 25.02.2010 die Fahrt mit den tschechischen Schubbooten TR 15 und TR 17 der CSPL von der Bauwerft SYWD die Reise beginnen. Zuvor waren der Schornstein und das Steuerhaus wegen der zahlreichen Brückendurchfahrten abgerüstet worden. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von14 km/h wurde das Ziel bei idealem Mittelwasser (Pegel Dresden ca. 2,00 m) angesteuert. Der Sondertransport war durch die zuständigen Wasserstraßen - Ämter (WSA) nur für Fahrten am Tage zugelassen worden. Plötzlich einsetzendes Tauwetter am Oberlauf der Elbe ließ den Pegelstand in Magdeburg auf 4,0 Meter anwachsen. So mussten die Steuerhäuser im Hafen Aken auf einen Schubleichter umgeladen werden. Am 5.03.2010 erreichte der Transport über Schönebeck, Wittenberg und Geesthacht die Hansestadt Hamburg.
Nach Ostern wird ein Spezialschiff der Bremer Reederei Beluga-Shipping die wertvolle Fracht übernehmen, um sie nach Mombasa zu bringen. Der Auftraggeber Kenya Ferry Services (KFS) betreibt in der Hafeneinfahrt von Mombasa 6 Fähren, die z.T. schon über 50 Jahre in Betrieb sind. Täglich werden bis zu 170.000 Passagiere und 3.000 PKWs transportiert. Die neuen Fähren sollen die älteren von ihnen ersetzen. Sie sind 70 m lang, 16,28m breit und maximal bis auf 1,90 m Tiefe belastbar. Die Kapazität einer Doppelendfähre beträgt 60 Fahrzeuge bzw. 1.550 Personen.
Vertreter des KFS bezeichneten die Fähren bei der Abnahme und Einweisung des Personals als „exzellente Produktion“, sodass bei möglichen Folgeaufträgen die SYWD wieder Ansprechpartner sein könnte. 

Die Bugsierung der Fähren auf der Elbe haben bewiesen, dass solche Transporte auch unter schwierigen Witterungsbedingungen möglich sind. Der Hamburger Hafen ist an einem funktionierenden Seehafen – Hinterland – Verkehr sehr interessiert.

 

 

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