Seine "Elbe-Bibel" ist noch heute ein gefragtes Werk

Dienstag, 17. März 2009, 18:55 Uhr

Seine "Elbe-Bibel" ist noch heute ein gefragtes Werk

Torgauer Zeitung, 19. März 2009

Nordsachsen/Wittenberg (TZ). Er kennt die Elbe von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee nahezu wie seine Westentasche: Der Wittenberger Karl Jüngel informiert TZ regelmäßig über besondere Schifffahrtsereignisse auf dem Fluss im Raum Torgau, verfolgt auch die Entwicklung der Pegelstände. TZ kam mit dem gelernten Stahlschiffbauer und Buchautoren ins Gespräch.

TZ: Auch in Torgaus Buchhandlungen werden Ihre Dokumentationen über die Elbe angeboten. Welches ist wohl Ihr bedeutendstes Buch über den Strom?
Karl Jüngel:
Bereits zu DDR-Zeiten habe ich den Band „Die Elbe – Geschichte um einen Fluss“ zu Papier gebracht. Das war etwa in der Zeit von 1986 bis 1988. Dieses Buch wird gelegentlich von Elbeliebhabern noch heute als „Elbe-Bibel“ bezeichnet. Herausbringen wollte es damals der Fachbuchverlag Leipzig. Dort in das Programm dieses Verlages reinzukommen, war schon etwas Besonderes.
In welcher Weise?
Das war mit Sicherheit der anerkannteste Verlag in der DDR, und die Bücher waren auch im Westen sehr gefragt. Für mich war es eines der größten Erlebnisse, die man als Buchautor überhaupt haben kann. Mein Buch wurde ebenfalls von allen Seiten „beleuchtet“, um es mal so zu sagen. Drei Professoren haben es begutachtet, bevor es überhaupt erstmal zur Auswahl für den Druck kam.Schließlich  sollte die „Elbe-Bibel“ im Jahr 1990 mit dem Titel „Schönstes Buch des Jahres“ gekürt werden, um den Export zu beflügeln. Ich träumte von einer Buchlesung in Hamburg. Aber dann kam die Wende. Das Buch erschien schließlich nicht im Fachbuchverlag, weil der neue Eigentümer aus dem Westen ein anderes Verlagsprofil verfolgte. Im letzten Moment wurden die letzten zehn Titel des Fachbuchverlags gestrichen, dazu gehörte auch mein Manuskript. Das bereits bezahlte Teilhonorar konnte ich behalten.
Wie ging es dann damit weiter?
Ein westlicher Verlag lehnte es ab, das zu produzieren. Es fehlte an Action, war die Begründung. Doch schließlich wurden andere Verlage spitz darauf. Fazit: Das Buch „Die Elbe – Geschichte um einen Fluss“ erschien 6500 mal. Und es ist heute noch zu haben.
Wieviele Elbe-Bücher haben Sie inzwischen verfasst?
Bis jetzt habe ich neun Bücher über unseren Heimatstrom geschrieben. Darunter ist auch das einzige deutschsprachige Buch über Schiffsmühlen. In diesem ist auch Torgau mit seinen früheren Schiffsmühlen benannt.
Welche Projekte haben Sie noch vor?
Band IV meiner „Blauen Reihe“ mit dem Titel „Von der Havel bis zur Hamburger Hafengrenze“ möchte ich noch fertigstellen und die Ortschronik meines Heimatortes Kleinwittenberg am Elbkilometer 216,5 erstellen. Da bin ich dabei. Dann ist die Serie fertig, um es mal so zu sagen, neue Ideen gibt es schon. Aber ich bin eben auch in gewisser Weise von der Wirtschaftskrise mit betroffen. Die Kunden nehmen einfach nicht mehr so viele Bücher ab wie vorher, und ein neues Gesetz über den Umgang mit Werbemitteln fördert nicht gerade den Absatz von schönen Büchern.
Woran arbeiten Sie zur Zeit?
Ich gönne mir jetzt schriftstellerisch eine schöpferische Pause. Ich möchte einiges an meinem Haus machen, das muss auch mal sein.

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