Sind Grüne und NABU gegen Aufschwung und Arbeitsplätze?

Donnerstag, 26. Februar 2009, 17:10 Uhr

Sind Grüne und NABU gegen Aufschwung und Arbeitsplätze?

Schifffahrt online, Nr.2 2009

 Von Umweltschützern, die vermutlich nur möglichst viel zum Stillstand bringen wollen und von Journalisten, die vielleicht zu wenig über den Betrieb von Binnenschiffen und über die Sicherheit in Binnenhäfen wissen

Normalerweise würde es bei Beobachtern der Szene nur ein beruhigend-verständnisvolles Nicken verursachen, vielleicht sogar noch ein sanftes Kopfschütteln, aber das, was sogenannte Umweltschützer derzeit in Köln am Rhein und in Halle an der Saale veranstalten, geht wieder einmal zu weit.

Das Agerliche ist, dass es sich oftmals bei den Personen, denen das Nicken und Kopfschütteln gelten sollte, nicht um irgend­welche Blümchenpflücker handelt, sondern um ausgebuffte Protestler, denen es vermutlich allein darum geht, möglichst viel zum Stillstand zu bringen, damit die noch Ausgebuffteren - oder die Blümchenpflücker? - endlich bemerken, wie toll sie wieder irgendwas bekämpft haben.

Anders ist kaum zu verstehen, wieso der NABU Naturschutz­bund Stadtverband Köln e.V. jetzt auf einmal die Aufhebung des Feststellungsbeschlusses der Kölner Bezirksregierung vom 30.8.2006 zur Hafenerweiterung in Köln-Godorf verlangt und mit dem - erkennbar erfolglosen - Durchsetzungsversuch einen Anwalt beauftragt hat.

Anders ist kaum zu verstehen, wieso die Grünen in Halle an der Saale auf einmal den für die Volkswirtschaft in dieser Region so dringend erforderlichen Kanalbau bei Tornitz bekämpfen. Der 8,7 km lange Kanal brächte wirtschaftlichen Aufschwung und sichere Arbeitsplätze. Aufschwung und Arbeitsplätze, die die Region bitter nötig hätte, aber die Grünen sehen das wohl anders..

Das Perfide an diesen Vorgängen ist, dass möglicherweise viele solcher Attacken großer und kleiner Umweltverbände über Umwege aus Steuergeldern mitfinanziert werden; aus Steuergeldern, die auf der anderen Seite von der Bundesre­gierung - mit Zustimmung des Bundesrates - zur Förderung des Systems Binnenschifffahrt/Binnenwasserstraßen/Binnen­häfen bereitgestellt werden. Ob das Umweltbundesamt hierzu Näheres weiß?

  Zurück nach Köln. Angesichts eskalierender Aktionen gegen die Erweiterung des Köln-Godorfer Hafens (lesen Sie dazu auch den Bericht auf der Seite 33 dieser Ausgabe) hatte Dr. Rolf Bender, Vorstand der Häfen und Güterverkehr Köln AG, lokale, regionale und Fachjournalisten zu einer Pressekonferenz eingeladen, um den Standpunkt der HGK darzulegen.

Neben präzisen und mit lokalen Bezug formulierten Fragen, auf die HGK-Vorstand sachlich und professionell antwortete, gab es aber auch solche, die wiederum (stille) Fragen bei den Gastgebern der Pressekonferenz und bei den teilnehmenden Fachjournalisten aufwarfen.

So sagte ein Lokaljournalist, ein nicht anwesender Radiokollege habe ihn gebeten, zu fragen, ob denn die Schifffahrt in der Nähe des Godorfer Hafens nicht grundsätzlich gefährlich sei, schließlich läge der Hafen Godorf doch in einer gefährlichen Kurve ....

Wahrscheinlich hat jener Radiokollege die Frage durchaus ernst­gemeint. Wenn das so sein sollte - und das ist zu befürchten -, dann zeigt das sehr deutlich auf, wie wenig „Land"-Journalisten über den Betrieb eines Binnenschiffes und über die Sicherheit in den Binnenhäfen wissen.

Es könnte eine spannende und interessante Aufgabe für die Verbände der Binnenschifffahrt und der Binnenhäfen sein, die­sen Journalisten Schiffe, Häfen und Wasserstraßen ein wenig näher zu bringen. Mit Informationsveranstaltungen vor Ort und an Bord zum Beispiel

 Und, wer weiß, vielleicht ließen sich sogar die vorhin ange­sprochenen Umweltschützer auf die gleiche Weise von der Umweltfreundlichkeit und Notwendigkeit des Systems Bin­nenschifffahrt/Binnenwasserstraßen/Binnenhäfen überzeugen. Vielleicht sind sie in Wahrheit gar keine Protestler, sondern wissen nur zu wenig von Schiffen und Häfen.

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