Spektakulärer Schleusenbau für den Binnenhafen soll im Herbst starten

Dienstag, 13. Februar 2007, 19:22 Uhr

Spektakulärer Schleusenbau für den Binnenhafen soll im Herbst starten

Herzstück der Anlage im Rothenseer Verbindungskanal wird demnächst ausgeschrieben / Wasserstraßen-Neubauamt

Volksstimme.de, 12.02.2007

Das Wasserstraßen-Neubauamt wird in den nächsten zwei Monaten den Neubau der Niedrigwasserschleuse im Rothenseer Verbindungskanal starten. 40 Millionen Euro hat das Tiefensee-Ministerum für das Projekt " spendiert ", das einen Uralt-Traum der Hafenwirtschaft verwirklicht : Die Kais können ganzjährig mit einer Abladetiefe von 2, 80 Meter angesteuert werden – allerdings erst ab 2011.

Magdeburg. Wenn auch längst umfangreiche Vorarbeiten gelaufen sind, an den Schleusenvorhäfen gebaut wird – erst 2011 wird die komplette Niedrigwasserschleuse eröffnen können. So lange dauern die Bauarbeiten an der geplanten 25 Meter breiten Schleuse im Rothenseer Verbindungskanal.

Demnächst werden nach Auskünften von Henrik Täger, Chef des Wasserstraßen-Neubauamtes, die europaweiten Ausschreibungen für das große Wasserbauwerk im Norden Magdeburgs veröffentlicht werden. Etwa ein halbes Jahr dauert das Prozedere. Täger zeigte sich auf Anfrage der Volksstimme zuversichtlich. Im Herbst dieses Jahres ist offizieller Baustart. Er betrifft dann das Herzstück der Anlage, also das " Mittelstück " mit Schleusenkammer, Toren etc.

Am Elbkilometer 333, 6 wird Kanal abgeschottet.

In Höhe des Elbkilometer 333, 6 soll die Niedrigwasserschleuse in den Verbindungskanal " gesetzt " werden, um ihn bei Bedarf von der Elbe abschotten zu können. Das wird immer sein, wenn der Wasserstand im Fluss so niedrig ist, dass das Wasser aus dem Rothenseer Verbindungskanal und den Hafenbecken bergab die Elbe herunterfließt.

Dann sind die Schilde herunter, der Wasserstand im Hafengebiet bleibt dem Mittellland- und Elbe-Havel-Kanal angepasst.

Den riesigen Vorteil des spektakulären Projektes hat schon vor längerer Zeit der Bundesverband der Binnenschiffer konstatiert: Magdeburg sei so praktisch ganzjährig komplett an das bundesdeutsche Kanalsystem angebunden, Schiffe mit einer Abladetiefer von 2, 50 bis 2, 80 Meter können Magdeburg ansteuern.

Oberbürgermeister Lutz Trümper hat unlängst als wesentlichste Voraussetzung für die Attraktivität des entstehenden modernen Hansehafens ( 35 Millionen Euro ) die Unabhängigkeit vom Wasserstand der Elbe bezeichnet.

Nur so kann sich Magdeburg auch als Hinterlanddrehscheibe der großen Seehäfen entwickeln.

Die Eröffnung der Schleuse gilt als abschließender Meilenstein in der Hafen- und Schifffahrtsgeschichte in und um Magdeburg : Sie nämlich setzt nach gut 15 Jahren den Schlusspunkt unter den Großbauten des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg.

Eine halbe Milliarde Euro hat dann das Gesamtprojekt mit den Schleusen Rothensee und Hohenwarthe sowie Europas längster Trogbrücke gekostet.

Trogbrücke soll 2008 trockengelegt werden.

Der fast ein Kilometer lange Trog übrigens wird im nächsten Jahre trockengelegt. Dann erfolgt eine gründliche Inspektion der gigantischen Schiffsbrücke über die Elbe. Grund : Die von Bilfinger + Berger gebaute größte Kanalbrücke Europas wurde 2003 übergeben. Nach 5 Jahren sei jetzt die vorgeschriebene Hauptuntersuchung an der Reihe, sagte Henrik Täger.

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