Stade feiert Rückkehr der Hanse-Zeit

Montag, 23. Februar 2009, 00:50 Uhr

Stade feiert Rückkehr der Hanse-Zeit

Am 16. Mai

Hamburger Abendblatt, 22. Februar 2009

  Die Stadt Stade kehrt in den Kreis der mittelalterlichen Handelshochburgen zurück. Mit einem "Tag der Hanse" soll am 16. Mai gefeiert werden, dass die Kreisstadt an der Elbe offiziell wieder den Titel Hansestadt tragen darf, sagte ein Sprecher der Stade-Tourismus-GmbH. Parallel zur Übergabe der offiziellen Urkunde voraussichtlich durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff werde das 800-jährige Bestehen der Stadt und die seit 750 Jahren bestehende Bedeutung als Hansestadt gefeiert. Stade ist neben Lüneburg die zweite Kommune in Niedersachsen, die sich offiziell Hansestadt nennen darf.

Zumindest zum "Tag der Hanse" sollen den Festplanungen zufolge wieder mittelalterliche Verhältnisse in die aus dem 17. Jahrhundert stammende Altstadt einziehen. Im Mittelpunkt der Feier steht das „Stader Hansemahl“. Die vier seit dem Spätmittelalter ununterbrochen existierenden Brüderschaften der Stadt wollen der Bevölkerung dabei ein traditionelles Seefahrer-Essen servieren.

Die bis heute andauernde Rolle als Seehafen war nach Angaben der Stadt letztlich ausschlaggebend, dass Stade im Dezember 2008 das offizielle Namensrecht "Hansestadt" bekam. In einer mehr als zwei Jahre dauernden Auseinandersetzung hatte das Land zuvor die entsprechenden Anträge der Stadt abgelehnt.

Stade gilt als einer der ältesten Handelsplätze in Nordeuropa. Vor wenigen Jahren wurde bei Ausgrabungen eine so genannte Schiffslände entdeckt, die aus der Zeit um 800 nach Christus stammt. Nach Ansicht von Archäologen und Historikern ist Stade damit ein deutlich älterer Hafen als Hamburg und sei früher auch bedeutender gewesen. Das offizielle Stadtrecht bekam Stade am 2. Mai 1209 von dem König und späteren Kaiser Otto IV. verliehen. Das schriftliche Stadtrechtsprivileg gilt als älteste erhaltene Urkunde dieser Art in Niedersachsen.

Im September 1259 bekam Stade zudem das so genannte Stapelrecht. Auf der Elbe fahrende Schiffe mussten in dem Stadthafen anlegen und dort für mindestens eineinhalb Tage ihre Ladung zum Verkauf anbieten, bevor sie nach Hamburg weiter fahren durften. In den folgenden Jahrhunderten musste Stade allerdings die führende Position an Hamburg abgeben. Aktuell wird der Seehafen der Stadt wieder ausgebaut, um dort insbesondere Massengut umzuschlagen, an dem Hamburg durch die Konzentration auf das Containergeschäft das Interesse verloren hat. dpa 

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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