Stadtwerke drehen Geldhahn auf

Freitag, 19. März 2010, 19:25 Uhr

Stadtwerke drehen Geldhahn auf

Konzern will 2010 insgesamt 76 Millionen Euro investieren - Versorgungsleitungen und Kraftwerkstechnik werden erneuert

mz-web.de, VON MICHAEL TEMPEL, 18.03.10

HALLE/MZ. Mit Investitionen von 76 Millionen Euro treiben die Stadtwerke Halle dieses Jahr die Modernisierung der Infrastruktur kräftig voran. Gleichzeitig sollen die Weichen für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg des kommunalen Konzerns gestellt werden. "Wir investieren damit 16 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Lux gegenüber der MZ.

Zwölf neue Straßenbahnen

Lux zufolge entfalle allein auf den Verkehrsbetrieb Havag, der seit kurzem zu den Stadtwerken gehört, ein Investitionsanteil von 25 Millionen Euro. Beim Tochterunternehmen EVH (Energie) seien es 20 Millionen und bei der HWS (Wasser) 19 Millionen Euro. Der Löwenanteil der Summen werde im Rahmen städtischer Projekte aufgewendet: So werden beim bevorstehenden Ausbauvorhaben Mansfelder Straße / Klausbrücke / Gerbersaale neue Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Gleisanlagen verlegt. Das Gleiche treffe auf die weitere Modernisierung der Delitzscher und der Beesener Straße sowie auf den geplanten Ausbau der Berliner Straße in Diemitz zu. Neben der Erneuerung von Gleisanlagen investiert die Havag übrigens auch in die Neuanschaffung zwölf neuer Straßenbahnzüge.

"2010 wird für uns ein entscheidendes Jahr sein", sagte Lux. Zum einen würden mit den Investitionen große Fortschritte bei der Modernisierung und der Unterhaltung der Versorgungsanlagen gemacht. Zum anderen gehe es darum, Wachstumspotenziale zu erschließen. So fließen in diesem Jahr 7,5 Millionen Euro in die Modernisierung des Kraftwerks in Trotha. Es soll bis Ende 2011 mit einem Gesamtaufwand von 23,5 Millionen Euro mit einer neuen Gasturbine ausgestattet werden und künftig kräftig Gewinne beim Stromhandel einfahren.

Wie Lux weiter sagte, wird auch in den Hafen in Trotha investiert. Für rund 700 000 Euro erhalten die Neuansiedlungen der Firmen Pyrolyx (Altreifenverwertung) und Gulf (Treibstoffmischbetrieb) zwei Gleisanschlüsse.

Der Hafen ist seit Jahren ein Zuschussgeschäft für die Stadtwerke. Weil wegen der schlechten Befahrbarkeit der Saale kaum Schiffe anlegen, liegt der Schwerpunkt dort bislang bei der Vermarktung von Gewerbeflächen und beim Containerumschlag von der Schiene auf die Straße. "Die Situation im Hafen hat sich inzwischen deutlich verbessert", sagte Lux. In Vorjahren sei jährlich ein Minus von rund 1,6 Millionen Euro eingefahren worden, 2009 weniger als eine Million. Eine viel bessere Auslastung des Hafens erwarte man aber erst nach dem geplanten Saale-Ausbau.

Brandursache weiter unklar

Zu den Investitionen gehören auch sieben neue Kehr- und Entsorgungsfahrzeuge für die Stadtwerketochter HWS. Die jüngst bei Bränden auf dem Firmengelände in der Äußeren Hordorfer Straße zerstörten vier Fahrzeuge (die MZ berichtete) würden aber unabhängig davon ersetzt, so Lux. Die Brandursache stehe noch nicht fest, man gehe weiter von technischen Defekten aus.

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