Startschuss für Forschungsprogramm KLIWAS

Mittwoch, 18. März 2009, 20:18 Uhr

Startschuss für Forschungsprogramm KLIWAS

BfG präsentiert Ergebnisse aus Voruntersuchung

uni-protokolle.de, 18.03.2009

Mit der heutigen ersten Statuskonferenz zum Forschungsprogramm "KLIWAS" ging das Programm offiziell an den Start. Vor mehr als 200 Teilnehmern wurden die 31 Projekte des Programms detailliert erläutert. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) legte erste Ergebnisse aus einem 2007 begonnenen Pilotprojekt vor. Heute startete im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) offiziell das Klimafolgenforschungsprogramm KLIWAS. Mehr als 200 Teilnehmer aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, von Verkehrs- und Umweltverbänden, von Bundes- und Landesministerien und deren Fachbehörden aus ganz Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland waren nach Bonn gekommen. Auf der Ersten Statuskonferenz des Forschungsprogramms wurden der interessierten Fachöffentlichkeit die 31 Projekte vorgestellt, mit denen die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt in Deutschland untersucht und Anpassungsoptionen entwickelt werden sollen. Das Programm hat eine Laufzeit von fünf Jahren, der Etat von ca. 20 Millionen Euro wird aus Mitteln des Bundesverkehrsministeriums gedeckt.

"Für Mitteleuropa und damit auch für Deutschland zeigen die vom Weltklimarat (IPCC) veröffentlichten Auswertungen über die künftigen Niederschlagsverhältnisse noch sehr große Unsicherheiten", betonte Bernd Törkel, Abteilungsleiter für Wasserstraßen und Schifffahrt im BMVBS, auf der Konferenz. Die von der Politik benötigten belastbaren Aussagen zu den möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt soll das Forschungsprogramm liefern.

Ein Pilotprojekt, das die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz bereits seit 2007 gemeinsam mit ausgewählten Forschungsinstituten durchführt, untersucht mögliche künftige, durch Klimawandel bedingte Veränderungen im Wasserhaushalt des Rheins. Auch potentielle Konsequenzen für die Binnenschifffahrt und die verladende Wirtschaft werden in den Fokus genommen. Hier einige Aussagen aus dem laufenden Programm, die auf der Konferenz vorgetragen wurden:

- Nach derzeitigem, allerdings noch vorläufigem Forschungsstand wird sich an den mittleren monatlichen Abflussverhältnissen des Rheins in naher Zukunft (bis 2050) nicht viel ändern. In fernerer Zukunft (bis 2100) könnte es aber zu einer Abnahme im Sommer und einer Zunahme im Winter kommen. Aus der Entwicklung der mittleren Verhältnisse lassen sich jedoch keine unmittelbaren Schlussfolgerungen auf Veränderungen der Häufigkeit extremer Niedrigwassersituationen ziehen. Im Rahmen des KLIWAS-Forschungsprogramms sind daher weitergehende Untersuchungen vorgesehen.

- "Im Rahmen der Klimafolgenforschung muss der Einfluss des Klimawandels auf den Wasserhaushalt und insbesondere auf extreme Abflusssituationen intensiver analysiert und besser verstanden werden", so Hans Moser, Leiter der Abteilung "Quantitative Gewässerkunde" in der BfG. "Vor allem interessiert die Frage, wie belastbar dieser Einfluss bestimmt werden kann. Dazu wollen wir die ganze Bandbreite der heute verfügbaren Klimaprojektionen berücksichtigen."

- Dank des Pilotprojektes hat die BfG schon jetzt eine der umfangreichsten Sammlungen von Klima- und Abflussprojektionen für den Rhein zusammen getragen. Diese wird eine wichtige Grundlage für die künftigen Forschungen sein.

Vier Ressortforschungsbehörden des BMVBS führen das Forschungsprogramm KLIWAS gemeinsam durch: der Deutsche Wetterdienst (Offenbach), das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (Hamburg), die Bundesanstalt für Gewässerkunde (Koblenz) und die Bundesanstalt für Wasserbau (Karlsruhe).
Neben der Koordination des gesamten Forschungsverbundes mit 31 Projekten obliegt es der BfG, die Projekte im Bereich Abflussmodellierung, Sedimenttransport, Wassergüte und Ökologie durchzuführen.

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