Steuerzahlerbund „Kritik am Saale-Ausbau“

Freitag, 10. Oktober 2008, 11:08 Uhr

Steuerzahlerbund „Kritik am Saale-Ausbau“

Karl Jüngel an Frau Elschner

Sehr geehrte Frau Elschner,

ich bin Autodidakt und niemand rechenschaftspflichtig, aber Autor von 9 Büchern zum Thema Elbe und Saale.

Unter diesem Blickwinkel habe ich Ihre Informationen im MDR (Rundfunk) gehört. So weit ich das einschätzen kann, liegen Sie sicher mit einer Ausnahme richtig. Diese Ausnahme ist der Inhalt Ihrer Äußerungen zum geplanten Saalekanal. Ich kenne die Materie ganz genau und habe mich wegen meines letzten Buches Die Elbe und die Saale von Halle bis zur Havelmündung, eine aktuelle Bestandsaufnahme der blauen Straßen intensiv mit dem Thema beschäftigen müssen.

 

Fachlich liegen Sie hier richtig falsch und haben eigentlich nur die gängigen Parolen und Falschdarstellungen des BUND und anderer selbsternannten Umweltaktivisten aufgegriffen. Was jetzt gemacht werden soll ist längst überfällig, denn in den 30er Jahren wurde die Saale für die Großschifffahrt ertüchtigt und nur durch den II. Weltkrieg wurde die letzte Schleuse bei Klein-Rosenburg nicht fertiggestellt. Das sollte nachgeholt werden und ein Einspruch nach der Planungsphase beförderte ca. 5 m Akten in die Archive. Ich habe diese Ordner persönlich gesehen. Damit ein Millionen teurer Planungsaufwand in den Papierkorb. Auf Wunsch dieser vorgenannten Institutionen wurde von diesen eine Alternative in Form des Lateralkanals (Tornitzer Kanal) vorgeschlagen. Jetzt, wo das Planfeststellungsverfahren läuft sind es die gleichen Leute, die nun gegen ihren eigenen Vorschlag Amok laufen. Etwas unseriös meine ich. Unterstützung finden diese bei Presse, Rundfunk, Fernsehen und neuerdings beim Bund der Steuerzahler.

Richtig ist, das um Bernburg ein riesiges Transportpotenzial auf den Anschluss an die Elbe wartet. Was ich allerdings auch nicht verstehen kann, ist die Tatenlosigkeit der betroffenen Unternehmen gegen die ständigen Störversuche dieser Umweltaktivisten. Der Saalekanal wird in den Elbbereich 5 (Saalemüng - RVK) münden und diese Strecke ist beste unter Beachtung der Tauchtiefen. Die Elbe zu verallgemeinern ist also völlig falsch. Vom RVK hat man die Möglichkeit, jeden Hafen in Europa anzulaufen. Weiter darf nicht Schiff gleich Schiff gesetzt werden. Man muss immer zwischen Ladefähigkeit und Ladungsmenge unterscheiden. Ein 1.000t- Schiff kann mit 500 t ausgelastet sein, z.B. bei Getreide. Es hat dann einen Tiefgang von max. 1,5 m. Das hängt mit der Dichte der Transportgüter zusammen. Bei den Containerladungen ist der Tiefgang meist noch geringer.  In der Geschichte der Wasserstraßen gibt es genügend Beispiele, wie erste Antipathie in Euphorie umschlug, ich denke u.a. an den Nord-Ostsee-Kanal, Elbe-Seiten-Kanal, Main-Donau-Kanal und an den Mittellandkanal. Alles Beispiele, die heute keiner infrage stellt und deren Erfolg sich nach Jahren einstellte. Ich möchte mich kurzhalten, bin aber überzeugt, wenn der Tornitzer-Kanal fertig ist, dann wird als nächstes der Elster-Saale-Kanal gebaut und Leipzig an das Mitteldeutsche Industrierevier angeschlossen werden (müssen).    

ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

 

Karl Jüngel  karl.juengel@arcor.de

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