Tausche Tochter gegen Salz

Montag, 18. Mai 2009, 07:40 Uhr

Tausche Tochter gegen Salz

Am Wochenende fand am Saaleufer in Halle das zweite Hansefest statt

HalleForum.de18.05.2009

(ens) Raue Sitten waren es, die da vor 600 Jahren in Halle an der Saale herrschten. Da wurde mal ebenso die eigene Tochter angeboten, nur damit man ein paar Säckchen Salz bekommt. Damals durchaus Realität, wie man bei Pax Domini weiß. Die Theatergruppe hat diese mittelalterliche Szene zum Salzfest am Saaleufer präsentiert. Fleisch Pökeln, Wunden desinfizieren, Fische salzen, Obst und Gemüse konservieren - Walthard wollte seine Tochter Caroline genau dafür hergeben. Ein halbes Pfund, mehr wollte Patrizier Volker nicht hergeben für das weiße Gold. Erzbischof Ruprecht von Querfurt schritt zu Carolines Glück ein, Volker musste zahlen - mit 15 Kilo Salz als Brautpreis.

Es war damals eben richtig wertvoll, das Salz im Jahr 1263. Doch was wollte Ruprecht eigentlich in Halle? Er besiegelte die Zukunft, verlieh das Stadtrecht und die Gerichtsbarkeit in der Magna Charta. Bier gebraut werden durfte fortan nur noch von den Patriziern, ebenso das Getreide gemahlen. Ein feierlicher Höhepunkt, der natürlich standesgemäß begangen werden musste. Und so rief Ruprecht denn auch den Hallensern zu: “nun saufet und fresset” - sagte es und verschwand am nächsten Bierstand.

Das Hansefest am Ufer der Saale bot also durchaus einiges an Sehenswertem. Auch wenige Minuten nach Verleihung des Stadtrechts. Eine Gruppe Ritter wollte das kostbare Salz rauben. Erfolglos. Kinder der Kita Reideburg präsentierten das Märchen von Prinzessin Kunigunde. Auf dem Wasser waren indes die Skipper aktiv. Für sie galt es, die Salzfrachten zu löschen und zu wiegen. Auch ein Anlegemanöver, das Binden eines Seemannsknotens und “Mann über Bord” standen auf dem Programm. Jens Rosenbaum mit seiner “Saalemander” war dabei am erfolgreichsten und wurde als “Saaleskipper 2009” gekürt.

Das durch sie wieder auflebende Mittelalter war zugleich ein Hinweis auf die Hanse als Städtebund, der die Stadt Halle von etwa 1265 bis 1479 angehörte. Seit 1980 wird wieder jährlich international ein Hansetag durchgeführt. Für 2017 bewirbt sich Halle um die Ausrichtung, so Sprinzek voller Freude darüber, dass sich der Stadtrat für die Bewerbung ausgesprochen hat.

In diesem Jahr fand das Hansefest zum zweiten Mal statt. Erinnert wird damit an die fast 200jährige Geschichte von Halle als Hansestadt. Vor 630 Jahren, im September 1479, wurde die Saalestadt vom Magdeburger Bischof erobert und zum Austritt aus dem Städtebund gezwungen. 2017 schließlich will Halle den Internationalen Hansetag austragen, im Juli soll dazu die Bewerbung eingereicht werden.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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