Transport bringt Hamburg Tausende neue Jobs

Freitag, 28. Dezember 2007, 07:02 Uhr

Transport bringt Hamburg Tausende neue Jobs

WELTONLINE 27. Dezember 2007 von Birger Nicolai

Initiative schafft 2000 zusätzliche Arbeitsplätze - Mehr Verkehr über Binnenschiffe

Die Logistik-Initiative Hamburg hat in diesem Jahr einen großen Erfolg bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze erzielt. "Durch Projekte, die mit unserer Initiative zusammenhängen, haben wir 2000 weitere Stellen geschaffen", sagte Gernot Lobenberg, Leiter der Initiative, der WELT. Das sind 500 Jobs mehr als im Jahr 2006. Die Logistik-Initiative ist vor einem Jahr angetreten, bis zum Jahr 2015 rund 14 000 Arbeitsplätze in der Branche in Hamburg zusätzlich entstehen zu lassen. Die Initiative ist dabei nur ein Teil der Logistikbranche der Stadt, weil längst nicht alle Transportfirmen dort erfasst werden. Insgesamt arbeiten in dem Sektor in der Hansestadt gut 160 000 Menschen.

Deutlich mehr Transport als bislang soll zukünftig über das Binnenschiff gehen. "Wir wollen den Anteil der Binnenschifffahrt von derzeit nur einem Prozent am Gesamtumschlag bis zum Jahr 2015 Jahren auf fünf Prozent erhöhen", sagte Lobenberg. Dadurch sollen Straße und Schiene beim Transport in das Hinterland entlastet werden.

Die Logistik-Initiative will sich dafür einsetzen, auch innerhalb des Hamburger Hafens verstärkt auf Schiffstransporte zu setzen. Zudem soll der Wasserweg über die Elbe und den Elbeseitenkanal öfter genutzt werden. "In Rotterdam funktioniert das doch auch. Dort spielt die Binnenschiffahrt über den Rhein eine wesentlich größere Rolle", sagte Lobenberg. Spätestens wenn die Straßen vollends für den Lkw-Transport verstopft sind, dürfte das Binnenschiff attraktiv werden.

In einem Pilotprojekt wird Hamburg neue Möglichkeiten testen, wie die Lkw-Maut eingesetzt werden kann. "Wir brauchen Maut-Technik in den Lkws, um den Verkehr auf den Straßen zu entzerren und die vorhandenen Kapazitäten besser zu nutzen", sagte Lobenberg weiter. Zum Beispiel könnten Lkw-Fahrer über Maut-Geräte feste Zeiten zugewiesen bekommen, wann sie an den Zollzugängen im Hamburger Hafen abgefertigt werden. Die Fahrer würden dann feste Slots erhalten und bevorzugt behandelt werden. Mancher Stau auf den Straßen in den Hafen hinein ließe sich dadurch vermeiden. Technikanbieter wie die Daimler-Tochter Fleed-Board oder Spezialisten wie PTV aus Hamburg arbeiten bereits an Angeboten für Spediteure.

"Wir müssen einfach kreativer werden mit unseren Ideen, den Transport in den Hafen hinein und wieder in das Hinterland zu verbessern", sagte Logistik-Experte Lobenberg. Der Manager hat zuvor im Daimler-Konzern Erfahrungen gesammelt. Viele kleine Veränderungen könnten am Ende deutliche Verbesserung bringen.

Die Bundespolitik fordert Lobenberg dazu auf, mehr Geld in den Ausbau der Verkehrswege zu stecken. "Einige Projekte sind katastrophal unterfinanziert. Da fehlen Dimensionen", sagte der Manager. So sind für den Neubau einer Gleisstrecke zwischen Bremen, Hamburg und Hannover - der sogenannten Y-Trasse - mindestens 1,3 Milliarden Euro notwendig. Bereitgestellt im Bundesverkehrswegeplan sind dafür aber derzeit lediglich 15 Millionen Euro. "Das deckt noch nicht einmal die Planungskosten ab", sagte Lobenberg. Dabei bestehe zwischen den drei betroffenen Bundesländern und dem Bundesverkehrsministerium bereits Einigkeit, dieses Projekt vorrangig zu behandeln. In der Logistik-Initiative sind derzeit 340 Firmen vertreten. Zum Jahresanfang waren es noch 200 Mitglieder gewesen. Hamburg hat sich jüngst mit anderen Initiativen in Deutschland zusammengetan und will über dieses Forum künftig Ansprechpartner für die Bundespolitik werden. Neben der Hansestadt sind dort Bayern, Berlin-Brandenburg, Bremen, Niedersachsen und der Rhein-Main-Raum vertreten. Hamburg versteht die eigene Rolle dort als Primus inter Pares - als Erster unter Gleichen.

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