Transport per Binnenschiff soll wachsen

Samstag, 29. November 2008, 07:45 Uhr

Transport per Binnenschiff soll wachsen

Studie: Hafen benötigt weitere Liegeplätze - Diskussion um Art der Terminals

29. November 2008

Der Hamburger Senat will den Gütertransport per Binnenschiff ins Hinterland vorantreiben. Es sei möglich, den Warentransportverkehr auf der Elbe bis 2050 zu verfünffachen, sagte Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) bei der diesjährigen Fachkonferenz "Elbeschifffahrtstag" in der Handelskammer.

 

Der Senat habe im Rahmen seines Klimaschutzkonzepts eine Studie zur weiteren Nutzung der Elbe als Warentransportweg in Hinterland in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse seien im Dezember zu erwarten. Schon jetzt zeichne sich aber ab, dass der Hamburger Hafen weitere Binnenschiffsliegeplätze brauche.

Darauf könnten Terminals für den kombinierten Ladungsverkehr (KLV-Terminals) errichtet werden. Der Einsatz riesiger Containerbrücken sei zu teuer für Binnenschiffe. Nach Informationen der WELT sind Standorte am Tollerort und westlich von Eurogate für kleinere, speziell auf Binnenschiffe zugeschnittene Terminals im Gespräch.

Die Hafenwirtschaft reagierte verhalten positiv auf die Vorschläge Gedaschkos. "Wir können die Container auch mit unseren großen Brücken auf Binnenschiffe laden und brauchen keine zusätzlichen KLV-Terminals", sagte der Manager eines Umschlagsbetriebs. Es sei aber gut, dass sich der Senat des Problems der Binnenschifffahrt Richtung Magdeburg und Dresden annehme. "Das Volumen ist nämlich insgesamt zu klein." Thomas Lütje, Geschäftsführer der HHLA und Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes, sagte: "Das Binnenschiff ist bei den Verladeunternehmen noch weitgehend unbekannt."

Auch Reinhard Wolf, Leiter des Bereichs Infrastruktur in der Handelskammer, hält den Bau eigener Binnenschiffsliegeplätze für falsch. "Auch dann müsste jeder Container zweimal angefasst werden, weil er vom Seeterminal zum Binnenterminal gebracht werden müsste." Wolf plädiert stattdessen dafür, dass bei jedem Containerterminal an einer Brücke die Beladung der Binnenschiffe Vorrang haben müsse. "Die Schiffe könnten dann im Hafen herumfahren und ihre Ladung einsammeln."

Karin Roth (SPD), Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, betonte noch einmal, dass der Bund die Elbe bis zum Jahr 2010 auf eine Tiefe von 1,60 Metern durchgängig schiffbar machen werde.

 

Damit sind die Zerstörungen durch die Jahrhundertflut 2002 endgültig beseitigt. Roth erklärte, dass 1,1 Milliarden Euro aus dem Masterplan Güterverkehr und Logistik für den Ausbau der Binnenschifffahrt im Haushalt ihres Ministeriums bereitstünden. Das seien 430 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Außerdem gibt es zusätzlich 700 Millionen Euro zur Ertüchtigung des Nord-Ostsee-Kanals.

URL: http://www.welt.de/welt_print/article2801760/Transport-per-Binnenschiff-soll-wachsen.html

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