Trotz Kälte brummt es im Akener Hafen

Mittwoch, 06. Januar 2010, 09:12 Uhr

Trotz Kälte brummt es im Akener Hafen

Wirtschaft

mz-web.de,  05.01.10,  VON LOTHAR GENS

An erfolgreiches vergangenes Jahr konnte auch unter den Bedingungen der Krise angeknüpft werden

AKEN/MZ. Auf dem Gelände der Akener Hafenbetrieb GmbH ist es nicht wärmer als anderswo. Frost herrscht, und Schnee liegt. Dennoch: Die Arbeit im Hafen geht normal weiter, und auch das dünne Eis, das zuweilen das Hafenbecken bedeckt, kann von den Schiffen noch aus eigener Kraft gebrochen werden. Der Eisbrecher, der im Akener Hornhafen stationiert ist, hat sich noch nicht auf den Weg hierher machen müssen. Noch geht es ohne ihn.

"Es gibt einen nahtlosen Übergang von 2009 zu 2010", sagt Hafen-Geschäftsführer Klaus Schröter. Am Dienstag und Montag zum Beispiel wurden zwei Motorgüterschiffe mit 2 000 Tonnen Anthrazitkohle an Bord entladen.

2009 habe man die Containerlinie Hamburg-Aken, Aken-Hamburg mit Stationen in Magdeburg und Riesa über das gesamte Kalenderjahr hinweg pünktlichst bedient. Jede Woche habe es zwei Abfahrten und zwei Ankünfte auf dieser Linie gegeben. Das setze sich bisher auch in diesem Jahr fort, so der Hafen-Chef, der sich über ein erfolgreiches vergangenes Jahr freuen kann.

Denn immerhin ist es der Akener Hafenbetrieb GmbH gelungen, im Binnenschiffstransport bei den Containern zuzulegen - um rund fünf Prozent sei dieses Geschäftsfeld gewachsen, war von Schröter zu erfahren. "In Zeiten einer Wirtschaftskrise, während der die Seehäfen und andere Binnenhäfen im normalen und auch im Containergeschäft bis zu 30 Prozent verloren haben, ist das schon eine gewisse Entwicklung", sagt er.

Insgesamt habe der Hafen im vergangenen Jahr konjunkturbedingt bei der Gesamttonnage zwar einen leichten Rückgang von rund acht Prozent zu verzeichnen gehabt - auf rund 313 000 Tonnen. Das aber sei, gemessen an der konjunkturellen Entwicklung der Gesamtwirtschaft als eher geringfügig einzuordnen, schätzt Klaus Schröter ein.

Zumal es 2009 im mittlerweile wichtigsten Geschäftsfeld des Akener Binnenhafens - im Schwerlast- und Projektladungsverkehr - einen mengenmäßigen Zuwachs von 74 Prozent gegenüber 2008 gegeben habe. "Da haben wir gewaltig zugelegt." Zur Schwerlast- und Projektladungs-Kundschaft zählen übrigens außer Kranbau und Standardkessel Köthen auch zwei namhafte Unternehmen aus Erfurt und weitere aus Grimma, Rudisleben, Chemnitz und Dessau.

Erfolge dieser Art gibt es aber nicht zum Nulltarif. Um gegenwärtig alles am Laufen zu halten, müssen sich die Hafenmitarbeiter - zwölf an der Zahl außer dem Chef - in Sachen Winterdienst ganz schön ranhalten. Da heißt es Schienen in einer Länge von 6,5 Kilometern und die dazugehörigen Weichen freihalten von Eis und Schnee, letzteren auf dem gesamten Gelände schieben usw. Klaus Schröter: "Da haben wir in den kommenden Tagen noch gut zu tun." Zumal sich zum Wochenende nochmal ordentlich Neuschnee angekündigt hat.

Da aber soll es planmäßig auch schon weitergehen im Containergeschäft, in der kommenden Woche wartet die planmäßige Abnahme von Düngemittelzügen und das Verschiffen von drei großen Kesselanlagen nach Hamburg. "Dabei wird es keine Einschränkungen geben", ist Schröter optimistisch. Dafür sind ja eben alle Gleisanlagen und die Überwege fit zu machen. Mit den eigenen Leuten, Salz und Tatkraft.

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