Unternehmen setzen zunehmend auf die Saale

Donnerstag, 21. April 2005, 13:52 Uhr

Unternehmen setzen zunehmend auf die Saale

Zügige Realisierung des Saaleausbaus gefordert

3 große Unternehmen an der Saale in Bernburg: SCHWENK Zement KG, Solvay Chemicals GmbH, esco - european salt company GmbH & Co.KG. Foto: VHdS

Zu einem informellen Austausch trafen sich Vertreter von Mitgliedsunternehmen des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) in Bernburg mit Journalisten des MDR und Vertretern der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, der Deutschen Binnenreederei AG, dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt sowie des Sächsischen Hafen- und Verkehrsvereins. Dabei standen die erhöhten Transportpotenziale auf der Saale und die sich daraus ergebende Notwendigkeit des Saale -Seitenkanals erneut im Mittelpunkt des Treffens bei der Schwenk Zement AG.

Schwenk-Werkleiter Uwe Müller berichtete von einer ganzen Reihe von Transporten, die aufgrund des derzeit günstigen Pegelstandes auf der Saale erfolgen.

„Derzeit sind es rund 5.000 Tonnen pro Woche, die wir auf dem kostengünstigsten Weg an die Überseehäfen bringen können“

so Müller.

Ebenfalls 5000 Tonnen bewegte auch Ludwig Müller, Geschäftsführer der Getreide- und Agrarhandel Halle GmbH, im April auf der Saale.

„Wir versuchen die Zeit auszunutzen, verladen derzeit im Hafen Halle Raps, der Richtung Niederrhein geschafft wird."

Beide Unternehmer wiesen darauf hin, dass die Verteuerung der LKW-Transporte durch die Einführung der LKW-Maut die Transportverlagerung von der Straße auf den Wasserweg deutlich fördere.

Dr. Peter Jebe, Geschäftsführer der Solvay Chemicals GmbH in Bernburg, verwies erneut auf die dringende Notwendigkeit, den Fluss als Transportweg zu nutzen:

„Um den Standort langfristig sichern zu können, brauchen wir die Saale als zuverlässige, planbare Transportvariante.“

Allein bei Solvay könnten eine Viertelmillion Tonnen Güter sofort auf der Saale transportiert werden – vorausgesetzt, der Fluss ist nahezu ganzjährig schiffbar.

„Wir brauchen Planungssicherheit für die Saale, um Logistikketten aufbauen zu können“

erklärte Dr. Dietmar Rehmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Binnenreederei AG. Wirtschaftliche Transporte seien nur möglich, wenn Leerfahrten vermieden und die verschiedenen Verkehrsträger reibungslos miteinander kombiniert werden könnten.

„Wenn wir heute nicht wissen, wie der Pegelstand in zwei Monaten ist, können wir diese Logistikketten nicht aufbauen“

so Rehmann.

Ganz abgesehen von der immensen Kostenersparnis: In Bernburg liegt das tägliche Aufkommen von insgesamt 300 LKW allein bei den Werken Schwenk und Solvay schon lange über dem Erträglichen:

„Wenn wir die Saale nutzen könnten, würden diese unnötigen Umweltbelastungen vermieden“

unterstrich der Schwenk-Chef. Dem pflichtete auch Detlef Aster, Dezernatsleiter bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, bei:

„Wie die bisherigen Untersuchungen ergaben, wäre der Bau des Saale-Seitenkanals auch für die Umwelt ein erheblicher Gewinn.“

Bei dem Untersuchungsverfahren, das nach derselben Systematik wie bei Straße und Schiene erfolgt, werden Umweltbelastungen wie Lärm, Dreck etc. monetär dargestellt. Die Vorteile, die die Verlagerung auf den Wasserweg bietet, sind damit in „Heller und Pfennig“ erkennbar.

Weitere Informationen unter: www.saaleverein.de

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