Verein will die Hansekultur beleben

Montag, 01. März 2010, 21:53 Uhr

Verein will die Hansekultur beleben

Mitglieder versuchen, neben geschichtlicher Aufarbeitung die Aktivitäten an und auf der Saale voranzutreiben

mz-web.de, 01.03.10, VON MICHAEL DEUTSCH

HALLE/MZ. Halle soll aktive Hansestadt werden. Das ist oberstes Ziel des ersten Hallischen Hansevereins, der kürzlich von 13 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen wurde. "Wir wollen die Traditionen der Hanse wiederbeleben und weiterentwickeln", erklärt der Vereinsvorstand Michael Muchau.

Nach mehr als 500 Jahren Unterbrechung versuche man neben geschichtlicher Aufarbeitung vor allem die Aktivitäten an und auf der Saale voranzutreiben. Künftig soll das städtische Hansefest, das dieses Jahr vom 14. bis 16. Mai am Riveufer stattfindet, größer und öffentlichwirksamer aufgezogen und sogar der Internationale Hansetag nach Halle geholt werden.

Neben Sympathisanten haben sich die Mitglieder der IG Hallesches Hansefest, das Stadtmarketing, die Stadt Halle, der Marineverein, der Trothaer Hafen, der Mittelalter-Stammtisch und der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt schon dem Verein angeschlossen. Viele Hallenser hätten ein falsches Bild von der Hanse im Kopf, meint Muchau. "Hanse ist zu 90 Prozent eben nicht Störtebeker und Schiff-Fahrt", sagt der 61-Jährige.

Vielmehr habe die Vereinigung niederdeutscher Kaufleute ihren Warentransport auf dem Land- oder Flussweg abgesichert und wirtschaftliche Interessen, etwa die Vereinheitlichung von Zöllen, verfolgt. Wie Jürgen Seilkopf, zweiter Vereinsvorsitzender, unterstreicht, erinnere der hansische Gedanke stark an die Ideen eines gemeinsamen Europas.

Halle selbst sei von cirka 1265 bis 1479 Mitglied der Hanse gewesen. Kaufleute, zumeist aus dem Salzhandel, schützten ihre Transportwege. Die historischen Salinen Halles lagen damals in der Flussaue, die Saale war wichtigste Verkehrsader. "Der Handel wurde bis nach Osteuropa betrieben", berichtet Seilkopf. Mit der Industrialisierung und der baulichen Entwicklung Halles sei der Fluss verdrängt worden. Die Hansetradition schlief ein. Erst 1980 wurde die Hanse in Zwolle (Niederlande) als Kultur-, Handels- und Tourismusgemeinschaft wiederbelebt und sei seither mit 177 Städten - Halle gehört auch dazu - die weltweit größte Städtegemeinschaft, so der Vereinschef.

Wie Muchau berichtet, hätten sich vergangenes Jahr Halles Bürgermeister Thomas Pohlack, Stadtmarketingchef Stefan Voß und Halloren-Vorsteher Steffen Kohlert zum 29. internationalen Hansetag in Welikij Nowgorod (Russland) um das Fest beworben. Goslar hatte die Ausrichtung des Festes für 2017 abgesagt. Obwohl nun Kampen (Niederlande) diesen Zuschlag erhielt und die jährlich veranstalteten Hansetage auch schon bis 2030 an Städte vergeben sind, hält Halle einen Trumpf im Ärmel. Wie Steffen Kohlert am Montag erklärte, hätten die Hansetag-Organisatoren zugesagt, das Halle sofort am Zuge wäre, falls eine weitere Stadt absagt.

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