Verein zur Förderung des Elbstromgebietes plädiert für Vermittlung zwischen Interessenlagern

Sonntag, 30. September 2007, 08:28 Uhr

Verein zur Förderung des Elbstromgebietes plädiert für Vermittlung zwischen Interessenlagern

Elb-Verein sicher: Schifffahrt und Umwelt schließen sich nicht aus

 

Magdeburger „Volksstimme“ vom 24.09.2007, von Reiner Schweingel

Die Elbe und Magdeburg wieder mehr miteinander zu verbinden – diesem Ziel haben sich mehrere Verbände und Aktionen verschrieben. Seit zwei Jahren mischt sich auch der Verein zur Förderung des Elbstromgebietes in die Diskussion ein. Am Sonnabend präsentierte er sich in Magdeburg.

 

Altstadt. Die Elbe und die Gebiete an ihren Flussufern – sie gehören als Kulturlandschaft zusammen. Beide benötigen einander, egal ob der Flusslauf in Sachsen, Niedersachsen, Hamburg oder eben Magdeburg liegt. Dieser festen Überzeugung ist Rolf Lack. Seit zwei Jahren leitet er das Regionalbüro Magdeburg des bundesweiten Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes und weiß dabei um eine durchaus heikle Aufgabe. Schließlich verstehen unter einer Förderung des Elbstromgebietes nicht alle dasselbe. Die einen sehen eine komplette Renaturierung. Die anderen fordern einen kompletten Ausbau des Stroms und wiederum andere – dazu zählt sich der Elbstromförderverein – plädieren für eine behutsame Nutzung der Elbe für die Schifffahrt in vertretbarem Einklang mit Natur. „Ich will deshalb einen Beitrag zu Vermittlung unter den vielen festen Meinungen leisten“, sagt Rolf Lack und beschreibt die Situation aus seiner Sicht: „Die Argumente der Interessengruppen sind doch mittlerweile seit Jahren bekannt. Da kommt auf keiner Seite mehr etwas wesentlich Neues hinzu. Also bewegt sich nicht viel.“

Lack und sein Verein setzen deshalb auf Information und Verständigung auch über die Interessengruppen hinaus. Ein Malwettbewerb mit 30.000 Heften war ein erster Anfang. Ein Wettbewerb – aus Wertstoffen sollten Modelschiffe entstehen – war ein weiterer Schritt in die Öffentlichkeit. „Wir wollen klarmachen, dass eine sinnvolle Nutzung der Elbe für die Schifffahrt auch Naturschutz ist.“

Zwei Prognosen führt Lack für dieses Ziel dabei gern an: Die Zahl der in Hamburg umzuschlagenden Container soll sich von derzeit 9,5 Millionen auf rund 20 Millionen im Jahr 2015 erhöhen. Und im Süden werden im selben Jahr an der deutsch-tschechischen Grenze nicht mehr wie heute 8000 Lkw täglich die Übergänge passieren, sondern 20 000. „Da kann doch die Elbe, die natürlich nicht alles davon aufnehmen kann, ein wichtiger Transportweg sein“, sagt er und sieht dafür nicht einen Ausbau des Flusslaufes als vordringlichste Aufgabe an. Unterhaltungsmaßnahmen, die eine Schiffbarkeit der Elbe wie vor der Jahrhundertflut 2002, gewährleisten, wären schon ein großer Schritt. 1,60 Wassertiefe wäre damit über größere Zeiträume vorhanden und Containerschiffe könnten die Elbe eben stärker nutzen. Die Straßen würden entlastet.

Dafür warb sein Verein am Sonnabend im City Carré mit Partnern, allerdings ohne übermäßigen Zulauf. Das zeigt auch, dass die Elbe und ihre Chancen – gleich welche Prioritäten man setzt – nach wie vor noch nicht die große Resonanz erfährt. Damit sieht sich der Verein im Gleichschritt mit vielen anderen Projekten, die sich der Elbe und ihrer Verbundenheit mit den jeweiligen Regionen verschrieben haben wie beispielsweise Inbetween.

Das Projekt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung wird unter Federführung des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen vorbereitet und seit Sonnabend mit einer Ausstellung im Kloster begleitet. Thema: Fluss und Stadt stärker miteinander zu verbinden. In dieser Zielstellung sieht sich auch der Verein zur Förderung des Elbstromgebietes als konstruktiver Gesprächspartner – übrigens auch und gerade für jene, die andere Ziele für die Elbe bevorzugen.

www.elbstromverein.de

 

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