Viele Einsprüche bei Elbvertiefung

Sonntag, 30. Dezember 2007, 21:57 Uhr

Viele Einsprüche bei Elbvertiefung

Hannoversche Allgemeine, 30.12.2007

Bundesverkehrsminister Tiefensee rechnet mit einer Verzögerung bei der Entscheidung zur vor allem von Hamburg geforderten Elbvertiefung.

Eine Entscheidung über eine weitere Vertiefung der Elbe wird nach Einschätzung von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erst in der zweiten Jahreshälfte 2008 fallen. Das sagte Tiefensee der Hamburger Regionalausgabe der „Welt am Sonntag“. Das Bundesverkehrsministerium rechnet offenbar mit Verzögerungen in der Planung. Schon jetzt, so Tiefensee, würden sich die „Einsprüche gegen die Maßnahme stapeln“.

Tiefensee äußerte sich grundsätzlich zurückhaltend zu der vor allem aus Hamburg geforderten Vertiefung. Zwar wies der Politiker auf die Bedeutung des Hamburger Hafens auch für Arbeitsplätze in Niedersachsen hin. Die Gegner einer weiteren Vertiefung der Fahrrinne betonten aber „zu Recht“ und „mit Vehemenz die Deichsicherheit“, sagte Tiefensee. Diese sei nicht verhandelbar. „Auch die Interessen des Fischereigewerbes, der Obstbauern, der Naturschützer werden im Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigten sein.“ Ein Sprecher des Hamburger Senats begrüßte am Sonntag eine gründliche Planung. „Die ist uns allemal lieber als ein vorschnelles Verfahren, das später zu Verzögerungen durch überlange Gerichtsverfahren führen würde“, sagte er dieser Zeitung.

Die Elbvertiefung ist aus Hamburger Sicht notwendig, damit der größte deutsche Tiefseehafen für neue Containerschiffe mit größerem Tiefgang von mehr als 14 Metern ansteuerbar bleibt. Die Gegner verweisen dagegen auf schädliche Folgen der Elbvertiefung von 1999: Zum Beispiel seien vor Otterndorf im Landkreis Stade rund 450 Meter Deichvorland weggespült worden und Schäden am Deichfuß entstanden.

Zugleich forderte der Bundesverkehrsminister die Stadt Hamburg auf, sich wieder an dem ursprünglich von Hamburg mit entwickelten Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven zu beteiligen: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn Hamburg wieder eine stärkere Rolle beim Jade-Weser-Port übernimmt“, sagte Tiefensee. Die deutschen Nord- und Ostseehäfen müssten besser zusammenarbeiten. Tiefensee kündigte ein Kooperationskonzept an, das sein Ministerium Anfang 2008 vorlegen werde. Es gehe nicht um ein „Gegeneinander der deutschen Häfen“. Diese stünden gemeinsam im europäischen und internationalen Wettbewerb, „und den wollen wir als Sieger bestehen“.
 
Hamburg setzt hingegen auf Konkurrenz: „Der Wettbewerb der Häfen sollte bestehen bleiben“, sagte der Senatssprecher.

von Karl Doeleke

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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