Viele Seiten des Elbe-Stroms

Samstag, 24. November 2007, 07:44 Uhr

Viele Seiten des Elbe-Stroms

Karl Jüngel setzt seine Bestandsaufnahme mit zweitem Abschnitt bis zur Havel fort

Wittenberg/MZ, 20.11.2007, VON KARINA BLÜTHGEN 

Wittenberg/MZ. Der Blick auf das blaue Band, genannt Elbe, ist immer wieder faszinierend. Auf jenen Fluss in Mitteldeutschland, der Land und Leute geprägt hat und noch prägt, der ein Wirtschaftsfaktor ist, aber auch durch die Schönheit der Natur und die Vielfalt der Kultur an seinen Ufern besticht.

All dies bietet der Band "Die Elbe und Saale von Halle bis zur Havelmündung" von Karl Jüngel. Das Buch schließt nahtlos an das im Vorjahr erschienene Werk, das die Elbe zwischen Torgau und Saalemündung beleuchtete, an. Und erweitert damit die aktuelle Bestandsaufnahme des Flusses, an dem der Autor in Kleinwittenberg wohnt und dessen Geschichte er viel Zeit gewidmet hat.

Die Fortsetzung bietet gewohnt viele Daten. Zahlen zur Geschichte gibt es wie etwa zum Pretziner Wehr, dazu Profile besonders markanter Stellen, Übersichtskarten und dazu eine Menge Fotos. Vom Boden und aus der Luft hat Jüngel Strom und Umfeld zu verschiedenen Jahreszeiten betrachtet, alte Städte wie Stendal, Magdeburg und Tangermünde zeigen ihre enge Beziehung zur Elbe. Zuweilen gesellen sich stimmungsvolle Sonnenauf- und Sonnenuntergänge dazu.

Der Autor unternimmt zudem einen Abstecher in die Saale, dem mit 413 Kilometern zweitlängsten Nebenfluss der Elbe. Alte Kettendampfer und Gierseilfähren, die Burg Wettin und die traditionsreiche Schiffswerft Kiebitzberg stehen neben Königskerze, Kormoran und Wasserschildkröte sowie Welsen, zu schwer für einen Angler allein zu tragen.

Er widmet sich dem alten Gewerbe wie den Weißgerbern, die einst ihre Felle im Fluss einweichten und reinigten, der Flößerei und den Fischern. 115 Seiten sind prall gefüllt mit Informationen, jedoch nicht zu langen Texten. Damit behält der Autor das schon vom ersten Band bewährte Prinzip bei. Er umschifft auch diesmal in der Diskussion stehende Themen nicht wie etwa den Domfelsen bei Magdeburg, der der Schiffbarkeit vor allem bei Niedrigwasser große Probleme bereitet und an dessen Veränderung seit Beginn des 20. Jahrhunderts "geplant, ent- und verworfen" wird, wie Karl Jüngel bemerkt. Der Autor schreibt: "Das erste Mal tauchte der Name Blaues Band vor fast 150 Jahren als Markenzeichen für Fortschnitt, Schnelligkeit und Luxus auf." Und schlägt so den Bogen aus der Geschichte in die Gegenwart. Seit 1997 fördert Sachsen-Anhalt das Städtenetzwerk gleichen Namens mit dem Ziel, die Wasserstraßen touristisch zu erschließen. Jüngel nennt die Elbe denn auch einen "Kulturstrom". Dieser jedoch müsse gepflegt und instand gehalten werden.

Karl Jüngel: Die Elbe und die Saale von Halle bis zur Havelmündung; 115 Seiten mit vielen Abbildungen; Wittenberg 2007, Preis 24,80 Euro.

Erhältlich ist das Buch ab sofort in allen Thalia-Buchhandlungen sowie beim Autor, An der Elbe 11, 06886 Lutherstadt Wittenberg.

Bestellung sind auch unter der E-Mail-Adresse juengel@kleinwittenberg.de möglich

 

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