Vom Leuna - Werker zum "Saale-Schiffer"

Mittwoch, 11. August 2004, 10:19 Uhr

Vom Leuna - Werker zum "Saale-Schiffer"

MZ vom 11. August 2004 Vereinspräsident

Neustädter Manfred Sprinzek engagiert sich für Fluss-Ausbau

Von unserem Redakteur MICHAEL TEMPEL, 10.08.04

Halle/MZ. Wenn in wenigen Jahren Transportschiffe die Saale rauf und runter fahren sollten, hätte ausgerechnet eine "Landratte" aus Halle-Neustadt eine Aktie daran: Manfred Sprinzek, 60 Jahre alt, Ingenieur-Ökonom der Chemie und lange Zeit in den Leuna-Werken tätig. Als Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) hat er in den vergangenen Jahren für den Ausbau der Saale kurz vor der Elbmündung geworben. Heute ist das Ziel greifbar nahe. Das lässt Sprinzek zufrieden und selbstbewusst in die Zukunft blicken. Dabei hatte der Mann 1996 den Vereinsposten übernommen, als es ihm persönlich alles andere als gut ging.

Neuanfang im Verein

"Ich war damals arbeitslos, krebskrank und hatte nichts zu tun. Ich hatte Angst, dass das so weitergehen würde"

erzählt Sprinzek. Der damalige Prokurist des Hafens in Halle-Trotha hatte Sprinzek dann angeboten, bei der Gründung und Führung des Vereins mitzuwirken.

"Das war anfangs vorrangig Öffentlichkeitsarbeit für den Hafen. Aber ich hatte etwas zu tun"

so Sprinzek, der wenig später durch den Tod seiner Frau einen weiteren Schicksalsschlag hinnehmen musste. Zunächst musste sich der in Varnsdorf (heute Tschechien) geborene Sprinzek in das Thema Saaleschifffahrt einarbeiten.

"Das war für mich logisch: Wir ersticken am Straßenverkehr, während der Fluss ungenutzt vor der Nase liegt."

Der Haken: Im Unterlauf ist die Saale für Schiffe zu flach.

Aus dem Seiteneinsteiger Sprinzek wurde ein Verfechter für die Saaleschifffahrt zwischen Halle und Elbe, der Lobbyarbeit bei Politikern leistet und mit Umweltschützern diskutiert. Ein Job, der ihn erfüllt und der für den Erwerbsunfähigkeits- und Witwenrentner einen Zuverdienst darstellt. Der VHdS hat seinen Sitz im Trothaer Hafen und zählt 60 Mitglieder. Darunter 40 Firmen, die ihre Produkte gern auf Schiffe verladen würden.

Nun steht der Start eines Raumordnungsverfahrens für einen Saalekanal bei Tornitz (Kreis Schönebeck) bevor. Auf dem Kanal könnten Schiffe den zu flachen Saale-Abschnitt umgehen. "Wir haben etwas bewegt", meint Sprinzek stolz. Anerkennung zollten ihm auch zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, die Sprinzek bei einer Feier vor wenigen Tagen zum 60. Geburtstag gratulierten.

Der Verein im Internet: www.saaleverein.de

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