Vor Anker im Eis: Schiffe beziehen Winterquartier

Montag, 12. Januar 2009, 13:23 Uhr

Vor Anker im Eis: Schiffe beziehen Winterquartier

Im Magdeburger Hafen fährt jetzt die Hafenbahn Nachtschicht / Ölumschlag auf Bahn verlagert

Volksstimme.de 12.01.2009 Von Karl-Heinz Kaiser

Rothensee. Im Magdeburger Hafen haben die ersten Binnengüterschiffe vorübergehend Winterquartier bezogen. Sowohl nahe dem Hanse-Terminal als auch an Anlegestellen im Bereich des Kanalhafens hätten sie ihre Fahrzeuge vertäut, sagte Hafen-Chef Karl-Heinz Ehrhardt der Volksstimme. Die Schiffsführer sind damit der Empfehlung der zuständigen Ämter gefolgt, angesichts des zunehmenden Treibeises auf dem Fluss vorübergehend Schutzhäfen aufzusuchen.
Zwar war am Sonnabend die Elbe von Kilometer null in Tschechien bis Kilometer 502 – also stromab weit hinter Magdeburg – grundsätzlich noch befahrbar. Aber die Lage kann sich schnell ändern, außerdem versiegt der Schiffsverkehr, weil der Elbe-Seiten-Kanal gesperrt ist.
Zwischen Geesthacht und Dömitz ist nach letzten Meldungen ohnehin dicht wegen der Eisverhältnisse. Den Magdeburger Hafen hatten bis Donnerstag noch Schiffe angesteuert. " Wir haben mit eigener Barkasse die Becken weitgehend freigehalten ", informierte Ehrhardt. Das sei eingestellt worden.

Grund: Keine Schiffe im Moment, sagt der Hafen-Geschäftsführer. Derzeit laufen, wie die Schiffer sagen, " die Fische Schlittschuh auf den zugefrorenen
Wasserflächen "
.Däumchen gedreht wird allerdings nicht im Hafen. Vor allem die Hafenbahn hat alle Hände voll zu tun. Nachtschichten sind angesetzt. Das ansässige Großtanklager hat den Umschlag auf die Schienenwege verlagert. Die Hafenbahn schickt mehr als doppelt so viel Züge als bisher auf die Reise. Sie transportiert die Waggons zu den Übergabestellen, wo sie ins Eisenbahn-Hauptnetz eingespeist werden. Karl-Heinz Ehrhardt rechnet damit, dass die Situation etwa acht bis zehn Tage anhält. Verbürgen will er sich dafür aber nicht – weil Wetterumschwünge in beide Richtungen niemals voll ausgeschlossen sind.
Ehrhardt hofft aber, dass die Wasserstraßen bald wieder frei sind, um so viel Umschlag wie möglich zu schaffen. Im Vorjahr habe der Hafen sein bestes Ergebnis der letzten Jahre eingefahren.Dies in diesem Jahr zu wiederholen, sei schwierig. Die prognostizierte wirtschaftliche Entwicklung werde auch die Binnenschifffahrt erreichen, schätzt er ein.
Das Eisschollen-Spektakel auf der Elbe zieht indes viele Magdeburger an, die am Ufer und von Brücken den Fluss beobachten. Ein gänzliches Zufrieren der Elbe scheint jetzt erst einmal außer Sicht.Gefahr könnte unter Umständen jedoch drohen, wenn sich vom Unterlauf her Eisstau aufbaut. Zurzeit aber gilt so etwas laut Schifffahrtsexperten noch als ausgeschlossen.

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