Umweltaktivisten kämpfen gegen das umweltfreundlichste Verkehrsmittel

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 21:40 Uhr

Umweltaktivisten kämpfen gegen das umweltfreundlichste Verkehrsmittel

oder „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“

von Marius Saggi

Es war zu erwarten. Die Funktionäre des Bundes Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben wieder eine Klage gegen Unterhaltungsarbeiten an der Elbe verloren. Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat Recht entschieden. Die Reparaturmaßnahmen der Wasser- und Schifffahrtsdirektion an der Elbe sind kein illegaler Ausbau. Die Reparatur der Uferschutzbauwerke zerstört die Elbelandschaft nicht.

Dies wurde bereits vom Verwaltungsgericht Dessau festgestellt. Trotzdem ging der BUND in die nächste Instanz. Wir haben es im „Wochenblatt“ in der ersten Septemberausgabe voraus gesagt. Sicher will man jetzt vor das Bundesverwaltungsgericht. Das ist legitim. Wenn auch unverständlich. In den vielen Gerichtsverfahren des BUND an der Elbe wurde eines deutlich: Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion arbeitet sauber und die Elbe wird nicht „zerstört“.

Für diese Feststellung benötigt es eigentlich keiner Gerichtsurteile. Man muss nur an den Fluss gehen und die Bürger fragen. Sich die schönen und vielfältigen Ufer der Elbe und Saale anschauen. Einmal wieder mit dem Schiff fahren. Jeder Meter Ufer ist von Menschen seit über hundert Jahren naturnah gestaltet. Der Mensch, die Tier- und Pflanzenwelt fühlen sich wohl. Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage zufolge begrüßen drei von vier Deutschen eine verstärkte Nutzung der Wasserstraßen. 

Damit stellen sich automatisch Fragen zum eigentlichen Ziel der Umweltaktivisten an der Elbe und Saale. Was für eine Botschaft steckt hinter den Klagen an der Elbe. Was ist die Absicht der aktuellen Kampagne des BUND an der Saale?

Der Ton ist unmissverständlich und scharf. BUND- Funktionäre sprechen öffentlich und ganz ungeniert von „illegalen Maßnahmen“ und „gesetzwidrigen Arbeiten“ an der Elbe. Urteile deutscher Gerichte interessieren sie dabei nicht. Entschuldigungen gar sind undenkbar. Wirtschaftsunternehmen und Schifffahrtstreibende werden als „Naturzerstörer“ herab gewürdigt. Dass die Schifffahrt das energieeffizienteste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist, wird bewusst verschwiegen. Sie beschimpfen die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion als „bürokratische Ignoranten“. Halbwahr behaupten die Umweltaktivisten, dass „gerade mal 1 Millionen Tonnen Güter auf der Elbe“ umgeschlagen werden. Ohne zu erläutern, dass diese Menge der momentane Durchgangsverkehr auf der Elbe an der Grenze zur Tschechischen Republik ist. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht in seinem Statistischen Jahresbericht, dass 2007 auf der gesamten Elbe 18.662 Millionen Tonnen Waren be- und entladen wurden!

Ist das alles nur Öko- Populismus, den man nicht so ernst nehmen muss? Oder ist das hässliche öffentliche Diffamierung? Wollen Schifffahrtsgegner der Wasserstrassenverwaltung bewusstes illegales Tun unterstellen? Sollen die Beschäftigten damit kriminalisiert werden? Warum will der BUND öffentlich- rechtliche Verfahren an der Saale mit allen Mitteln verhindern? Warum erkennt man unabhängige Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens zum Saalekanal nicht an? Wie stehen Umweltverbände grundsätzlich zu solchen demokratischen und rechtsstaatlichen Verfahren? Warum spricht man den Wirtschaftsunternehmen an der Elbe wirtschaftlichen und infrastrukturellen Sachverstand ab? Warum unterstellt man diesen Unternehmen mit hohem ökologischem Engagement, dass sie die Elbe „steinigen“ und die Saale „zerstören“ wollen? Sind die selbsternannten „Experten“ der Umweltverbände auf jedem Gebiet allwissend?

Nachtrag: Am vergangenen Wochenende fand in Dessau ein Elbesymposium der evangelischen Landeskirche statt. Menschen in der Kirche leben nach den 10 Geboten. Diese Gebote sollten bindend sein für das Verhalten. Nicht nur gegenüber Gott. Nicht nur in der Kirche sondern gegenüber allen Mitmenschen. Das 8. Gebot lautet: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

 

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