Wasser- und Schifffahrtsamt hat noch bis Ende dieses Jahrs Zeit, die Schiffbarkeit an 345 Tagen zu gewährleisten

Mittwoch, 13. Januar 2010, 13:39 Uhr

Wasser- und Schifffahrtsamt hat noch bis Ende dieses Jahrs Zeit, die Schiffbarkeit an 345 Tagen zu gewährleisten

ELBE: Die letzten Buhnen werden repariert

 Märkische Allgemeine, 13.01.2010

WITTENBERGE - Für kaum ein Wort muss man im Wasser- und Schifffahrtsamt mehr besorgte oder böse Blicke einstecken als für „Elbeausbau“. Umweltverbände vermuten hinter der Tätigkeit der dortigen Bediensteten zwar genau das, aber von einem Ausbau des Stroms irgendwelcher Art kann keine Rede sein. So zumindest sieht es Hubert Finke, Leiter des Außenbezirks Wittenberge des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Magdeburg. „Wir unterhalten lediglich die Buhnen, die unsere Altvorderen aus gutem Grund am Elbufer errichtet haben“, sagt Hubert Finke.

Selbst damit war jedoch nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002 Schluss. 131 Bauvorhaben an Buhnen blieben zunächst liegen, weil befürchtet wurde, solche Arbeiten seien mit verantwortlich gewesen für die verheerenden Folgen der Flut. Im Jahr 2005 wurden die Unterhaltung wieder aufgenommen. Seitdem hat der Wittenberger Außenbezirk des WSA Magdeburg „pro Jahr 70 bis 80 Buhnen repariert“, wie Hubert Finke erklärt. Je nach Schadenskategorie reicht die Palette von einfachen Instandsetzungsarbeiten bis hin zur Pflasterung von Buhnenköpfen, um sie gegen Eisgang widerstandsfähiger zu gestalten. Solche gepflasterten Buhen haben auch eine wesentlich höhere Lebensdauer.

„In diesem Jahr stehen Unterhaltungsarbeiten an 82 Buhnen an“, sagt der Außenstellenleiter. Das betrifft unter anderem einen links- (west-)elbischen Abschnitt zwischen Wittenberge und Wahrenberg, einen zwischen Mödlich und Wootz (Lenzen-Elbtalaue) und einen bei Havelberg.

Sogar mit dem Erbe des einstigen DDR-Grenzregimes muss sich die Behörde befassen. „Es gibt linkselbisch, auf Höhe des Abschnitts Cumlosen–Lütkenwisch (Lenzen-Elbtalaue) noch eine Uferbefestigung aus DDR-Zeiten, die verhindern sollte, dass die Elbe ihr Bett verlässt und womöglich den Grenzzaun beschädigt“, erklärt Hubert Finke. „Diese Befestigungen erfüllen heute keinen Zweck mehr und werden zurückgebaut.“

Die Arbeiten zwischen Wittenberge und Wahrenberg werden im so genannten Regiebetrieb ausgeführt, also von Mitarbeitern des WSA übernommen, alle übrigen Abschnitte nach einer Ausschreibung an private Unternehmen vergeben.

„Alle unsere Unterhaltungsarbeiten stimmen wir eng mit Naturschutzverantwortlichen ab“, versichert Hubert Finke. Zu diesem Zweck habe man im vergangenen Jahr die Naturschutzbehörden der Kreise Prignitz, Stendal und Lüchow-Dannenberg sowie die Biosphärenreservatsverwaltung ins Boot geholt und sei die Elbe abgefahren. „Sensible Stellen wurden dabei noch einmal erläutert und die Hinweise der Fachbehörden aufgenommen“, sagt der Außenbezirksleiter. Vor Beginn der eigentlichen Arbeiten will das WSA ein weiteres Mal das Gespräch mit den Naturschutzvertretern suchen.

Hilfe bei den umfangreichen Aufgaben der nächsten Monate verspricht ein neuer, selbstfahrender Schwimmgreifer. Das Schiff, das auf den Namen „Elbstrom“ getauft wurde, liegt seit kurzem im Wittenberger Schutzhafen vor Anker. Das Wasserfahrzeug, das auf der Werft in Genthin (Sachsen-Anhalt) gebaut wurde, löst den wesentlich kleineren Vorgänger „Drossel“ ab. Der tut nun an der Saale seinen Dienst.

Wie sich die Schiffbarkeit der Elbe entwickelt, wird man indes wohl erst am Ende des Jahres 2010 wissen. (Von Andreas König)

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