Wasserstraße mit vielen Baustellen bei Dessau-Roßlau

Samstag, 21. Februar 2009, 06:53 Uhr

Wasserstraße mit vielen Baustellen bei Dessau-Roßlau

Industriehafen Dessau: Geschäftsjahr 2008 war geprägt von Niedrigwasser

mz-web.de 21.02.09, von SILVIA BÜRKMANN  ROSSLAU/MZ.

"Verhalten" - unter diesem Attribut haken die Binnenhäfen an der Oberelbe das Geschäftsjahr 2008 ab. Zur Jahrespressekonferenz stellte der Hafenverbund der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO) in dieser Woche im Industriehafen Roßlau die Ergebnisse vor.

Die Vorzeichen, sie standen ungünstig. Neben dem lang anhaltendem Niedrigwasserstand der Elbe versperrten aufkommende Bahnstreiks und Weltwirtschaftskrise die Transportbedingungen. Noch 2007 hatten die Häfen den Güterumschlag auf der Elbe steigern können und waren optimistisch in das nächste Jahr gestartet. Dass die SBO 2008 unterm Strich doch noch einmal 1,7 Prozent aufsatteln konnte, lag diesmal nicht an erhöhten Umschlagsleistungen per Binnenschiff, sondern am um 17 Prozent gesteigerten Güterverkehr per Eisenbahn.

Faktisch hat der Hafenverbund sein Ergebnis von 2007 getoppt: Insgesamt konnten in den sechs Binnenhäfen 2,7 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen werden.Davon wurden über 710 000 Tonnen an Waren auf der Schiene transportiert, 484 800 Tonnen per Schiff und 1,52 Millionen Tonnen mit dem Lkw über die Straße.

In dem großen Konzert konnte der Industriehafen Roßlau nur eine kleine Geige spielen. Hier sank der Güterumschlag gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf 311 880 Tonnen. Hier schlug der ausbleibende Güterumschlag "über Kaikante" besonders gravierend zu Buche; kam im II. und III. Quartal fast völlig zum Erliegen. Betroffen waren vor allem die Massengutverkehre aus der Baustoffindustrie, aus Land- und Forstwirtschaft. Auch im IV. Quartal wurden die Transporte überwiegend auf die Straßen verlegt, da die Wasserstraße noch immer keine ausreichende Abladetiefe zum Beispiel für ein vollbeladenes Getreideschiff anbieten konnte.

Alternativ bot der Industriehafen die Einlagerung von 10 000 Tonnen Profilstahl an. Und setzt jetzt und perspektivisch auf den Transport von hochwertigen Gütern in großen Abmaßen, aber mit weniger Gewicht. Hafen-Geschäftsführer Gunto Mörer nennt die Verschiffung von Rotorblättern für Windkraftanlagen, Turbinen oder Transformatoren. Der Hafenverbund will also sein Profil schärfen: Neben den Massengütern sollen immer mehr "Projektladungen" umgeschlagen werden. Seit 2007 wird der Hafen Roßlau von der Binnenschiffslinie ETS Elbe (Ecological Transport Service) bedient.

Diese Botschaft findet offene Ohren bei Klaus Kautz, Amtsleiter in der Wasser- und Schifffahrtsstraßenverwaltung im Bereich Dresden - und damit für die Wasserstraße zuständig von der tschechischen Staatsgrenze bis zur Saalemündung, für 2 154 Buhnen an 290 Kilometern Wasserstraße. Das Amt nämlich war im Vorjahr nach Klage von Umweltschutzverbänden und einstweiliger Verfügung zum Nichtstun vom 6. September bis zum 28. Oktober bei der Instandsetzung der Buhnen und Deckwerke verdonnert. Dabei hätten die Wasserbauer in dieser langen Niedrigwasserphase am besten arbeiten können. Auf der besonders kniffligen Elbstrecke 4 von Elster bis zur Saalemündung sind rund 1 500 Buhnen zu betreuen.
"Ein Straßenabschnitt mit besonders vielen Schlaglöchern", bringt es Klemens Koschig, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Industriehafens Roßlau auf den Punkt.    

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