Wasser- und krisenfest

Freitag, 02. Oktober 2009, 16:54 Uhr

Wasser- und krisenfest

Schleuse macht Hafen Magdeburg unabhängig von Elbwasserstand

Schiffahrt,Hafen,Bahn und Technik 5|2009

Mit kontinuierlich wachsenden Umschlagszahlen seit 1992 zeugen der Hafen Magdeburg sowie der an die Magdeburger Hafen GmbH (MHG) angeschlossene Hafen Schönebeck von der Notwendigkeit zur Fertigstellung des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17.
So soll die Hafenschleuse noch bis 2010 fertiggestellt werden.

Das beste Jahr der Unternehmensgeschichte sei das Jahr 2008 gewesen, berichtete Geschäftsführer Karl-Heinz Ehrhardt.
Um satte 30,5 % war der Umsatz auf 9,9 Mio. EUR gestiegen, den Gewinn vor Steuern bezifferte der Geschäftsführer auf knapp 1 Mio. EUR. Insgesamt betrug der Umschlag 3,1 Mio. t, davon waren 851.000 t Eigenumschlag. Insbesondere das spezielle Zucker-Terminal verzeichnete wegen des idealen Rüben-Wetters im Sommer 2008 eine positive Entwicklung.

Mit diesem Ergebnis habe der größte trimodal aufgestellte Binnenhafen Mitteldeutschlands seinen seit Jahren intensiv vorangetriebenen Wachstumskurs bestätigt und seine Kompetenzführerschaft im Logistikbereich ausgebaut, hieß es aus dem Unternehmen.
Die negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die mit Macht auch auf den Logistikbereich durchschlagen, haben sich für die MHG erst ab Mitte Dezember 2008 eingestellt. In den ersten beiden Monaten 2009 haben sie ihre deutliche Auswirkung entfaltet.

Die Magdeburger Hafen GmbH ist jedoch zuversichtlich, dass es ihr trotzdem gelingen wird, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Entsprechende Maßnahmen habe man bereits Ende 2008 eingeleitet. Dank der Aktivität des Hafenbetreibers entwickelt sich der Hafen am Wasserstraßenkreuz von Elbe und Mittellandkanal zunehmend zu einer wirtschaftlichen und logistischen Drehscheibe. Dazu trägt neben dem klassischen Massengut-Geschäft auch die im letzten Jahr mit Eurogate abgeschlossene Kooperation sowie das jahrelange Engagement für Enercon bei. Der Windkraft-Anlagenbauer zählt zu den bedeutenden Kunden am Standort Magdeburg.

Den Hafen Schönebeck mit eingerechnet, sind insgesamt 70 Mitarbeiter bei der Magdeburger Hafen GmbH beschäftigt. Sie verteilen sich auf vier Terminals und die Hafenbahn. Die Eisenbahner konnten besonders im Januar ihre Belastbarkeit unter Beweis stellen: Wegen starker Eisbildung auf der Elbe hatte das im Hafen ansässige Tanklager MUT alle notwendigen Transporte auf die Schiene verlagert.Teilweise verließen doppelt so viele Züge wie gewöhnlich das Hafengelände.Heute verfügt der Hafen Magdeburg über Ansiedlungsflächen von
15 ha direkt im Hafengebiet. Weitere 100 ha liegen etwa 1 km vom Hafen entfernt.
Zur Attraktivität der Ansiedlungsflächen und des Hafenstandorts allgemein soll ab 2010 die Niedrigwasserschleuse – auch Hafenschleuse genannt – beitragen. Das Bauwerk am Ausgang des Rothenseer Verbindungskanals soll sicherstellen, dass der Großteil des Magdeburger Hafens über 4 m Wassertiefe verfügt
und auch bei Elbe-Niedrigwasser mit einer Abladetiefe von 2,50 m ganzjährig angefahren werden kann. Sobald der Mittellandkanal zwischen Haldensleben und dem Wasserstraßenkreuz komplett ausgebaut ist, wird entsprechend dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 eine durchgängige Abladetiefe von 2,80 m möglich sein. Die Grundsteinlegung der Niedrigwasserschleuse erfolgte am 3. Juni 2008, mit dem Abschluss der Bauarbeiten rechnet Magdeburg im kommenden Jahr.
■ Christian Grohmann

SUT 5i2009

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