Weniger Niedrigwasser auf der Elbe

Donnerstag, 15. September 2005, 09:57 Uhr

Weniger Niedrigwasser auf der Elbe

BfG - Studie in der IHK Magdeburg vorgestellt

In der letzten Woche hatte die Industrie- und Handelskammer Magdeburg zu einer öffentlichen Präsentation der Studie der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz zum „Einfluss von Klima- und Landnutzungsänderungen mittels statistischer Niedrigwasseranalyse“ eingeladen.

Jüngste Untersuchungen der BfG haben ergeben, dass die Niedrigwasserereignisse der zurückliegenden Jahrzehnte auf der Elbe weniger ausgeprägt waren, als dies in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Fall war. Auch wenn die letzten Jahre den Eindruck erweckten, als würde das extreme Niedrigwasser auf der Elbe immer weiter zunehmen, so zeigt nicht nur das aktuelle Abflussjahr den Trend eindeutig hin zu weniger extremen Niedrigwasserabflüssen. Der Niedrigwasserabfluss am Pegel Dresden erhöhte sich bis heute alle 10 Jahre um ca. 3 m3/s. Auch die Pegel stromab in Magdeburg und Wittenberge weisen statistisch gesicherte positive Trends auf. Dies ist nicht nur für den Lebensraum Elbe mit seinen wertvollen Auebeständen eine erfreuliche Erkenntnis, sondern auch für die Schifffahrt, die auf gute Abflussverhältnisse angewiesen ist.

Die im Auftrag der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes durchgeführten statistischen Niedrigwasseranalysen für ausgewählte Pegel des Elbe-, Havel- und Spreegebietes erfolgten auf der Grundlage allgemein wissenschaftlich anerkannter Methoden (u. a. Untersuchungen zum Langzeitverhalten des Niederschlags und der Verdunstung durch den Deutschen Wetterdienst).

Durch die Talsperren im Moldau- und Egergebiet der Tschechischern Republik ist es mittels länderübergreifender Vereinbarungen möglich, in trockenen Sommern einen Mindestabfluss zu gewährleisten. Zwar sind die Regenmengen in den Flachlandregionen des mitteldeutschen Tieflandes zurückgegangen, aber die für die Gewährleistung ausreichender Wassermengen der Elbe entscheidenden Niederschläge der Mittelgebirgsregion haben zugenommen.

Diese Ergebnisse bestätigen auch den zuständigen Behörden der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, dass grundsätzlich an den Unterhaltungszielen für die Elbe zur Sicherung von 1,60 m Fahrrinnentiefe bei mittlerem Niedrigwasser weitgehend über das gesamte Jahr festgehalten werden kann, um der Schifffahrt wirtschaftlich vertretbare Bedingungen zu gewährleisten.

Fazit des VHdS:

Die seit dem Augusthochwasser 2002 durch politisch nicht hinnehmbare Entscheidungen für 2 Jahre ausgesetzten Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe sind zwischen Dresden und Geesthacht jetzt konsequent fortzuführen, um den ursprünglichen Zustand dieses europäischen Schifffahrtsweges schnellstmöglich wieder zu erreichen.

Überdies bestätigen die belastbaren Studienaussagen die Notwendigkeit der Vollendung des Saaleausbaus, damit dass Flusssystem Elbe / Saale einen spürbaren Beitrag zur umweltgerechten Bewältigung der Transportaufgaben der Zukunft leisten kann.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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