Wirtschaft braucht die schiffbare Elbe

Montag, 25. September 2006, 09:43 Uhr

Wirtschaft braucht die schiffbare Elbe

Wochenspiegel Dessau, 21.09.2006

Aken (WS). Vor wenigen Tagen fand in Riesa der diesjährige Elbeschifffahrtstag statt. Neben über 170 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren auch Vertreter der Umweltschutzverbände anwesend.

In mehreren Fachbeiträgen wurde auf die derzeitige Situation der Elbeschifffahrt und der Wirtschaft entlang des Flusses eingegangen. Aber auch die ökologische Seite wurde betrachtet. In seinem Vortrag über die Ökologie in der Kulturlandschaft Elbe kam Dr. Kohmann von der Bundesanstalt für Gewässerkunde zu dem Schluss, dass in einer Kulturlandschaft die Ziele des Naturschutzes nicht ohne die Hilfe von technischen Maßnahmen erreicht werden können. Zu diesen technischen Maßnahmen gehört nicht nur die Zugabe von Geschiebe, wie es im Raum Torgau praktiziert wird, sondern auch notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen mit Hilfe der Wasserbautechnik. In den Wirtschaftsreferaten kam klar zum Ausdruck, das es für die regionale Wirtschaft überlebenswichtig ist, eine Wasserstraße zur Verfügung zu haben, mit der die Wirtschaft kalkulieren kann.

Ein Schritt in die richtige Richtung stellt dabei die Zusage von Frau Roth aus dem Bundesverkehrsministerium dar, die Elbe so weit in Stand zu setzen, das bis Dresden an 345 Tagen im Jahr eine Fahrrinnentiefe von mindestens 1,60 m erreicht wird. Unverständnis herrschte aber bei der Wirtschaft über den Zeitrahmen, dieses Ziel bis zum Jahr 2010 zu erreichen. Acht Jahre um einen durch einen Unfall beschädigten Verkehrsweg zu reparieren sind einfach zu lang! Ihre Forderung nach einer schnellstmöglichen Instandsetzung der Wasserstraße Elbe unterstrichen die Vertreter mehrerer Unternehmen mit knallharten Fakten.

Die Siemens AG stellt in ihrem Werk Görlitz Groß-Turbinen mit einem Gewicht von 10 - 230 t her. Diese können nur teilweise und wenn dann nur mit hohem Verwaltungsaufwand auf der Straße transportiert werden. Einfacher und sicherer könnte es auf der Elbe gehen, wenn die geplanten 1,60m fast ganzjährig zur Verfügung stünden. Die Wasserstraße Elbe ist für das Görlitzer Werk überlebenswichtig, da bei Verzögerungen im Transportablauf Kosten von 100´000 Euro pro Tag entstehen.

Im einem vorgestellten Gutachten der LUB Consulting GmbH kommt klar zum Ausdruck, das auf der Elbe zwischen Hamburg und der Tschechei jährlich 5,8 Mio. t Güter zusätzlich transportiert werden könnten.

 

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