Zankapfel Donauausbau

Freitag, 03. Juli 2009, 14:47 Uhr

Zankapfel Donauausbau

BDB fordert Rückkehr zur sachlichen Debatte

Aktuelle Pressemitteilungen der Donauausbaugegner nimmt der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt e.V. (BDB) zum Anlass, mehr Sachlichkeit und weniger Polemik in der Debatte um den Ausbau des Flusses zwischen Straubing und Vilshofen einzufordern. Der BDB nimmt damit Bezug auf Äußerungen von Bundestagsabgeordneten, die sich anlässlich des „Internationalen Tages der Donau“ mit fragwürdigen Statements zur Sache geäußert haben.

Der Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen mittels Staustufe bleibt für das deutsche und europäische Binnenschifffahrtsgewerbe eine unabdingbare Forderung an die Bundes- und die Bayerische Staatsregierung, da nur hiermit eine ganzjährige Abladetiefe von 2,50 m erreicht wird. Der im Jahr 2002 von der Bundesregierung beschlossene Ausbau ohne Staustufen bringt nicht den erforderlichen Nutzen, da die Abladetiefe so lediglich um etwa 20 cm vergrößert wird. Der BDB erinnert jedoch auch daran, dass die Bundesregierung den Beschluss gefasst hat, den Ausbau des deutschen Donauabschnitts variantenunabhängig untersuchen zu lassen. Hierfür hat die Europäische Union im November 2008 über 15 Mio. Euro an Fördergeldern zur Verfügung gestellt. Der Untersuchungsprozess wird von einer „Monitoring-Gruppe“, die aus Ausbaugegnern und –befürwortern besteht, begleitet. Aus Sicht des Verbandes sollte diese Untersuchung nun so schnell wie möglich begonnen und deren Ergebnis abgewartet werden, statt mit Halbwahrheiten und Polemik den Wahlkampf einzuläuten und bei der Bevölkerung „Stimmungsmache“ zu betreiben.

Entgegen anders lautender Behauptungen gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung, wonach die Güterbahn umweltfreundlicher ist als das Binnenschiff. Es wurde vielmehr genau das Gegenteil dokumentiert – der BDB stellt das von Planco im Jahr 2007 erstellte Gutachten „Verkehrswirtschaftlicher und ökologischer Vergleich der Verkehrsträger Straße, Bahn und Wasserstraße“ bei Bedarf gerne zur Verfügung. Wegen der neu gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse ist es daher keineswegs „scheinheilig“, wenn das Binnenschiff auf Grund seiner äußerst geringen Kohlendioxid-Emissionen als besonders klimafreundlich bezeichnet wird. Es ist gleichermaßen peinlich und beschämend, wenn ein Mitglied des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag öffentlich behauptet, der wirtschaftliche Nutzen des Binnenschiffes sei „äußerst gering“. Diesem ahnungslosen Volksvertreter ist offenbar entgangen, dass im Jahr 2007 auf deutschen Wasserstraßen 249 Mio. Tonnen Güter transportiert wurden; die Verkehrsleistung lag bei über 64 Milliarden Tonnenkilometern. Das Schiff stellt deshalb unbestritten einen unverzichtbaren Verkehrsträger dar.

Bundesverband der Deutschen
Binnenschiffahrt e.V.
Dammstraße 15-17
47119 Duisburg

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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